Neue Szenen II – Ohio


Ein Opern-Triptychon

Musiktheater von Elisa Quarello, Robert Krampe und Mischa Tangian; Libretti von Michel Decar, Jakob Nolte und Sascha Hargesheimer; Uraufführung in der Tischlerei der Deutschen Oper Berlin am 10. April 2015; Auftragswerke der Deutschen Oper Berlin

Ohio I: Unsichtbare Fronten – Nachtstück in drei Szenen
Komposition von Robert Krampe; Libretto von Sascha Hargesheimer

Ohio II: in absentia
Komposition von Mischa Tangian; Libretto von Michel Decar

Ohio III: ObstHaine Im Oktober
Komposition von Elisa Quarello / Libretto von Jakob Nolte

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Besetzung

Musikalische Leitung Manuel Nawri
Bühne, Kostüme Kerstin Laube
Kostüme Maria Wolgast
Dramaturgie Curt A. Roesler
Orchester Echo Ensemble für Neue Musik der Hochschule für Musik Hanns Eisler
Ohio I: Unsichtbare Fronten
Nachtstück in drei Szenen
Komposition Robert Krampe
Libretto Sascha Hargesheimer
Regie Tristan Braun
Mit Rebecca Koch
Anna Schors
Dongho Kim
Philipp Mayer
Ohio II: in absentia
Komposition Mischa Tangian
Libretto Michel Decar
Regie Julia Glass
Mit Sera Jung
Georgina Walter
Ohio III: ObstHaine Im Oktober
Komposition Elisa Quarello
Libretto Jakob Nolte
Regie Franziska Guggenbichler
Mit Susanne Fischer
Xenia Romashova
Valentina Stadler
Mathias Monrad Möller
Jeongwhan Sim
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„Belauscht mit Ohr und Blick“ – Nichts mehr scheint vordergründig der Wunsch eines Künstlers zu sein, der für die Bühne des Musiktheaters arbeitet, sofern man darunter den aufmerksamen, neugierigen, gerne auch kenntnisreichen, den interessierten wie gewogenen Vorstellungsbesucher versteht. Der Kontext im FIDELIO ist jedoch ein anderer. Nach langer Zeit dürfen dort die politischen Gefangenen eines diktatorischen Systems aus ihren Zellen hinaus auf den Gefängnishof, um wenigstens für einen Moment Tageslicht und frische Luft genießen zu können – wohl wissend jedoch, dass die Spitzel unter ihnen sind, dass auch in jenem kurzen Moment von Freiheit die staatliche Überwachung nicht aussetzt.

Und auch in den drei Opernaufführungen der NEUEN SZENEN II ist das Zitat in diesem Sinne zu verstehen. Geht es doch auch hier um staatliche Überwachung in einer ihrer wohl extremsten Formen. Drei junge Autoren und drei junge, durch einen internationalen Wettbewerb 2013 ausgewählte Komponisten haben jeweils zu zweit die drei Stücke dieses Triptychons geschrieben, ausgehend von einem gemeinsamen Thema und einem durchgehenden Handlungsfaden. Dieser basiert auf dem realen Fall eines sogenannten „Romeos“ in den 80er Jahren der DDR. Dies ist ein Geheimdienstmitarbeiter, der auf eine vermeintliche, unerkannt in Ost-Berlin lebende Agentin der Gegenseite angesetzt wird, indem er mit ihr eine Liebesbeziehung eingeht, eine Familie gründet, ein Kind zeugt – und der von einem Tag auf den anderen von seinen Vorgesetzten abgezogen wird.

Nachdem mit dem Ende der DDR das Thema Überwachung ein abgeschlossenes Kapitel der deutschen Geschichte zu sein schien, hat es nach den Enthüllungen Edward Snowdens sowie in Zeiten möglicher Terroranschläge und der Diskussion, wie diesen zu begegnen sei, neue Aktualität gewonnen. In der Tischlerei wird es für drei Studierende aus dem Regiestudiengang der Hochschule für Musik Hanns Eisler zum Gegenstand künstlerischer Reflexion, wenn sie in dieser Kooperation der Hochschule mit der Deutschen Oper Berlin die drei Stücke gemeinsam mit Gesangsstudenten und dem Echo Ensemble der Hochschule auf die Bühne bringen.

In Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“