Werther (konzertant)


Jules Massenet (1842 – 1912)

Konzertante Oper in der Berliner Philharmonie

Drame lyrique in vier Akten; Libretto von Edouard Blau, Paul Milliet und Georges Hartmann nach dem Roman Die Leiden des jungen Werthers von Johann Wolfgang Goethe; Uraufführung am 16. Februar 1892 in Wien; Konzertante Premiere an der Deutschen Oper Berlin am 16. Juni 2014

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Es wäre zu kurz gegriffen, WERTHER als vertonten Roman aufzufassen. Jules Massenets „Drame lyrique“ ist eine eigenständige Oper, und zwar eine, die sich eher an den deutschen als an den französischen Ausprägungen des musikalischen Theaters orientiert. Massenet hatte sie durchkomponiert und den Orchestersatz so verdichtet und mit den Singstimmen verwebt, dass er viel mehr als nur eine Begleitung darstellt. Die ins Auge gefasste Uraufführung an der Pariser Opéra-Comique kam aus verschiedenen Gründen nicht zustande. Als sich nach dem überwältigenden Erfolg seiner MANON die Wiener Hofoper für ein neues Werk des Komponisten interessierte, schlug dieser sofort den fast fertigen WERTHER vor. Trotz des deutschen Stoffes war die Uraufführung in Wien 1892 jedoch kein Erfolg und das Werk wurde erst im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts populär. Seither allerdings gehört sie auch hierzulande zu Favoriten des Opernpublikums, auch weil die beiden Hauptpartien, deren groß angelegte Duette im Zentrum jedes der vier Akte stehen, eine ideale Grundlage für die Präsentation außergewöhnlicher Stimmen bilden.

Auch an der Deutschen Oper Berlin war WERTHER schon mehrfach in szenischen und konzertanten Aufführungen zu erleben, so unter anderem mit Alfredo Kraus und Vesselina Kasarova. Bei den konzertanten Aufführungen in der Philharmonie wird die Titelpartie von Vittorio Grigolo, dem Senkrechtstarter unter den jungen Startenören übernommen, der an der Bismarckstraße bereits als Rodolfo und Alfredo das Publikum zu Begeisterungsstürmen hinriss.