Himmelsmechanik – Eine Entortung


Mauricio Kagel (1931 – 2008), Christian Steinhäuser (*1975)

Begehbare Oper in den Foyers der Deutschen Oper Berlin
mit Musik von Mauricio Kagel (1931 – 2008) und Christian Steinhäuser (*1975)
Libretto von Christiane Neudecker
Auftragswerk der Deutschen Oper Berlin
Premiere an der Deutschen Oper Berlin am 22. August 2013

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Besetzung

Musikalische Leitung Kevin McCutcheon
Inszenierung, Künstlerische Leitung Sven Sören Beyer
Bühne phase7 performing.arts
Kostüme Pedro Richter
Musik Christian Steinhäuser
Libretto Christiane Neudecker
Licht Björn Hermann
Softwarekunst Frieder Weiss
Videokunst Hajo Rehm
Safy Etiel
Dramaturgie Anne Oppermann
Dorothea Hartmann
Projektmanagement phase7 Jana Posth
phase7 Kommunikation Liza Wiegand
Sopran Anna Schoeck
Mezzosopran Dana Beth Miller
Tenor Clemens Bieber
Bariton Stephen Bronk
Der Maler Peter Gragert
Nachrichtensprecher Henning Kober
Orchester Musiker des Orchesters der Deutschen Oper Berlin
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Die Deutsche Oper Berlin eröffnet die Spielzeit in Kooperation mit dem Berliner Künstlernetzwerk phase7 mit HIMMELSMECHANIK – EINE ENTORTUNG, einer begehbaren Operninstallation, die sich über die beiden großzügigen Foyers des Hauses erstreckt.
Unter „Himmelsmechanik“ versteht man eigentlich die Bahnen der Gestirne im Weltraum. In den 1960er Jahren benannte der deutsch-argentinische Komponist Mauricio Kagel (1931–2008) ein Musiktheaterwerk mit diesem Titel. Sein Himmel scheint jedoch aus den Fugen gesprungen: falsch gebogene Regenbögen, vom Blitz getroffene Halbmonde oder aufwärts stürzende Sterne bevölkern seine Kurzkomposition. Ausschließlich Schlagzeuger sind hier besetzt, sie spielen mit Instrumenten wie Donnerblech oder Windmaschine. Ein „Himmel auf Krücken“ sei das, schrieb dazu der Komponist – ob das Universum wieder geheilt werden kann, ließ er offen.

phase7 zeigt dieses musikalische Wetterphänomen eingebettet in die 60er Jahre-Ästhetik des oberen Foyers der Deutschen Oper. In einer direkt anschließenden Neukomposition von Christian Steinhäuser führt das Berliner Künstlernetzwerk das Kagelsche Motiv der maroden Himmelsmechanik in die Realität des neuen Jahrtausends. Inspiriert von Forschungsergebnissen des CERN schickt das Libretto der Berliner Schriftstellerin Christiane Neudecker Zuschauer und Sänger auf die Suche nach der Entschlüsselung einer kryptischen Weltmechanik. Die mediale Verkündung einer „Verschwenkung des Himmels“ durch einen Nachrichtensprecher (Henning Kober) veranlasst darin vier Individuen (Sopran: Anna Schoeck, Mezzo: Dana Beth Miller, Tenor: Clemens Bieber, Bassbariton: Stephen Bronk), die Begradigung selbst in Angriff zu nehmen: „Würfelt Gott nicht, würfeln wir“. Aber lässt sich der in Schieflage geratene Himmel wirklich von Menschenhand korrigieren?

Die Inszenierung von Medienkünstler und Regisseur Sven Sören Beyer ver- und entortet reale und virtuelle Klänge mittels des 3d-audio-Verfahrens der Wellenfeldsynthese (WFS) im changierenden Lichtraum einer begehbaren Medienskulptur. Innerhalb einer Architektur aus 75 Lautsprechern bewegt sich das Publikum im unteren Foyer der Deutschen Oper durch ein Netz aus Schallwellenfronten. Es entsteht ein Brückenschlag von den 60er Jahren ins mediale Jetzt, von der Realität zur Virtualität, von der Dekodierung zur räumlichen Entortung, von musikalischer Analogie zur 3d-audio-Klangwelt.

Eine Kooperation mit dem Künstlernetzwerk phase7 performing.arts.
phase7 dankt IOSONO, satis&fy AG Deutschland, tst Gesellschaft für audiovisuelle Systeme mbH, RME, Laseranimation Sollinger GmbH, SET-Time Bühnentechnik GmbH. Für die Kooperation und vor allem für kreative Inspiration dankt phase7: Arts@CERN, ATLAS und LHC Sound Project.

Präsentiert von radioeins vom rbb, taz.die tageszeitung und tip berlin.