Mahlermania


Gustav Mahler (1860 – 1911)

Ein Musiktheaterabend um Gustav Mahler

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Besetzung

Musikalische Leitung Moritz Gnann
Inszenierung Nicola Hümpel
Bühne Oliver Proske
Kostüme Frauke Ritter
Dramaturgie Jörg Königsdorf
Mezzosopran Katarina Bradic
Clémentine Margaine (14.06.2013 | 15.06.2013 | 16.06.2013 | 20.06.2013)
Bariton Simon Pauly
Von und mit Ioannis Avakoumidis
Von und mit Annedore Kleist
Von und mit Anna-Luise Recke
Von und mit Patric Schott
Von und mit Frank Willens
Orchester Orchester der Deutschen Oper Berlin
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Spätestens seit Luchino Viscontis Verfilmung des „Tod in Venedig“, die seiner Musik einen gewaltigen Popularitätsschub brachte, ist Gustav Mahler zum Prototyp des modernen Künstlers geworden. Kaum zu zählen sind die literarischen und filmischen Auseinandersetzungen, die sich seither an dem Werk wie auch an der Biografie des 1860 geborenen Komponisten abgearbeitet haben. Denn Mahler und sein Werk faszinieren auch deshalb ungebrochen, weil die Konflikte seines Lebens oft einen direkten Niederschlag in seinem Schaffen zu finden scheinen: die immer empfundene Außenseiterposition aufgrund seiner jüdischen Herkunft, der grandiose berufliche Erfolg, das private Scheitern der Ehe mit der jungen Alma Schindler, aber auch der fortwährende Kampf gegen die Defekte des eigenen Körpers. Zugleich aber ist Mahler eben auch der Komponist, der wie kein anderer an der Schwelle zwischen Gestern und Heute steht: Einerseits ein Künstler, der in der Tradition der Romantiker seine Entfremdung gegenüber seiner Umwelt zum Ausdruck bringt und sich in Fantasie- und Märchenwelten flüchtet. Aber zugleich der erste Komponist, der in den technischen und gesellschaftlichen Umwälzungen seiner Zeit das Entstehen einer neuen Ära spürt und seine Zukunftsvisionen in sinfonische Weltentwürfe umsetzt.

Auch die Berliner Theatermacherin Nicola Hümpel hat sich für ihre erste Arbeit an der Deutschen Oper Berlin von den Wechselwirkungen zwischen Leben und Werk Mahlers inspirieren lassen. MAHLERMANIA ist jedoch keine anekdotische Nacherzählung, sondern eine Annäherung, die auf der Grundlage von Mahlers Musik genau die Existenzfragen fokussiert, die über den historisch-biografischen Kontext Mahlers hinaus bis in die unmittelbare Gegenwart reichen: Mit den choreografischen und schauspielerischen Mitteln, die sie mit ihrer Truppe „Nico and the Navigators“ in den vergangenen fünfzehn Jahren erarbeitet hat, kreist MAHLERMANIA um Menschen ebenso wie um elementare Situationen: Wie reagiert ein Mann, wenn er merkt, dass er über seinem Streben nach gesellschaftlicher Anerkennung und Erfüllung seiner künstlerischen Visionen seine Familie verloren hat? Was tut er, wenn er spürt, dass plötzlich Jüngere da sind, für die sein Werk und seine Visionen nicht mehr zeitgemäß sind? Und was ist mit der Frau, die quälend spürt, dass ihr der faszinierendste Teil der Persönlichkeit ihres Mannes, die schöpferische Kreativität, verschlossen bleibt? Und dass die Bedeutung ihres Lebens für andere nicht an ihr selbst, sondern nur an ihrer Rolle als Künstlerehefrau liegt?

MAHLERMANIA ist so nicht nur ein Abend über den Künstler, sondern auch über die Kunst und die Bedingungen, unter denen sie entsteht und nachwirkt. Und wie fast alle Produktionen von Nico and the Navigators, wie das Händel-Pasticcio ANAESTHESIA und Rossinis PETITE MESSE SOLENELLE, ist auch MAHLERMANIA eine Produktion, die sich der Musik nicht nur mit Ernst, sondern auch mit einer guten Portion Humor nähert und den allumfassenden Weltschmerz in Mahlers Liedern immer wieder mit poetischer Skurrilität konterkariert.

Eine Produktion der Deutschen Oper Berlin in Kooperation mit Nico and the Navigators

Mit Unterstützung der Aventis Foundation und der Friede Springer Stiftung
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