Oresteia / Open-Air im Parkhaus


Iannis Xenakis (1922 – 2001)

Musiktheater für Bariton, Chor, Kinderchor und Kammerorchester
Nach der Tragödie des Aischylos
Uraufführung am 14. Juni 1966 in Ysilanti [Michigan]
Bühnen-Erstaufführung am 21. August 1987 in Gibellina [Sizilien]
Premiere an der Deutschen Oper Berlin am 9. September 2014 auf dem Oberdeck im Parkhaus Deutsche Oper

In altgriechischer Sprache

öffnen

Informationen

schließen

Informationen

ORESTEIA auf dem Parkdeck: In außergewöhnlichem Setting realisiert die Deutsche Oper Berlin in der Umbauphase der großen Bühne eines der großen Musiktheaterwerke des 20. Jahrhunderts. Iannis Xenakis’ Komposition zu Aischylos’ Orestie-Trilogie ist als Open-Air-Spektakel angelegt und wurde 1966 auf einem Baseball-Gelände einer amerikanischen Kleinstadt uraufgeführt: ein kraftvolles Werk mit einer ganz eigenen Musiksprache, die sich von anderen Partituren der Zeit radikal unterscheidet. Denn in kaum einem anderen zeitgenössischen Musiktheaterwerk stehen das Schlagwerk und das rhythmische Element derart im Zentrum.

Xenakis erzählt die uralte Geschichte der Atriden angelehnt an die antike Theaterpraxis mit Erzählerberichten, großen chorischen Partien und zwei großen Monologen. Sie beleuchten schlaglichtartig einige Momente der Aischylos-Trilogie und stellen die zentralen Fragen nach der Schuld und Schuldverstrickung des Menschen, nach Ritual und Religion, nach der Mündigkeit und Eigenverantwortung des Bürgers, kurz: nach der richtigen Gesellschaftsform.

Das Parkdeck der Deutschen Oper Berlin – eine architektonische Landschaft aus unterschiedlichen Formen und Materialien, mit bespielbaren Fenstern, Balkonen, Stegen – ist ein real urbanes und gleichzeitig künstliches Setting, das für sich allein schon die Frage stellt nach der Zivilisation der Gesellschaft, nach Schutz und Behausung, nach Verunsicherung und Irritation des Menschen.

Die Inszenierung dieses außergewöhnlichen Opernspektakels liegt in den Händen von Regisseur David Hermann und Ausstatter Christof Hetzer, die bereits 2012 mit der Realisierung von Helmut Lachenmanns DAS MÄDCHEN MIT DEN SCHWEFELHÖLZERN in der Deutschen Oper Berlin für Aufsehen sorgten.

Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds. Mit Unterstützung des Förderkreises der Deutschen Oper Berlin e. V.

Präsentiert von kulturradio vom rbb, tip berlin und taz.die tageszeitung.