Sinfoniekonzert


Werke von Delius, Strauss, Elgar

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Gern lässt sich das Orchester der Deutschen Oper Berlin bei der Planung seiner Sinfoniekonzerte von einem Blick auf den aktuellen Spielplan inspirieren. Passend zur Neuproduktion von Hector Berlioz‘ dramatischer Sinfonie ROMEO UND JULIETTE beleuchtet dieses Konzert die Stoffe von „Romeo und Julia“ bzw. „Falstaff“ aus einer anderen Epoche: der des „Fin de Siècle“.

Von Natur und heimlicher Liebe erzählen die 5 Lieder von Richard Strauss („Heimliche Aufforderung“ op. 27/3, „Ich trage meine Minne“ op. 32/1, „Ständchen“ op. 17/2, „Morgen“ op. 27/4, „Zueignung“ op. 10/1). Impressionistische Miniaturen – diesmal nicht von einer Sopranistin gesungen, sondern von dem herausragenden slowakischen Tenor Pavol Breslik.

Ein bestimmendes Element im Schaffen des englischen Komponisten deutscher Abstammung, Frederick Delius, ist die Schönheit der Natur in Anbetracht von Vergänglichkeit, Herbst und Verfall. In scheinbar unendlichem Fließen subtilster musikalischer Stimmungsnuancen schildert er in seinem Intermezzo (1906) aus der Oper A VILLAGE ROMEO AND JULIET den Gang der Liebenden (in Gottfried Kellers Novelle sind es in die Schweizer Bergwelt versetzte Bauernkinder) durch die unberührte Natur zum Gasthaus „Paradiesgärtlein“, wo sie vor ihrem gemeinsamen Selbstmord noch einmal tanzen wollen.

Mehr als spätromantische Ritterlichkeits-Verherrlichung (wie in seinen „Pomp & Circumstance“-Märschen) bietet die komplexe sinfonische Studie „Falstaff“ von Edward Elgar aus dem Jahr 1913. Neben den aus Shakespeares Dramen „Henry IV.“ und „Henry V.“ entlehnten Szenen schafft er Momente der Intimität in Träumen und Landschaftsidyllen, welche Falstaffs Reduzierung auf seine humoristischen Eigenschaften als unerschütterlicher Saufbold aufheben. Elgars Intention richtete sich auf eine Charakterstudie zur Thematik menschlicher Verfehlungen, deren Konsequenz das Bedauern ist sowie ein Verlangen nach dem, „was gewesen sein könnte“.

Dass seinem Landsmann Elgar hier mit rein instrumentalen Mitteln eine ganz eigene Interpretation der Falstaff-Figur gelungen ist, schätzt auch der Dirigent des Abends, Jeffrey Tate, an dem Werk, das er bereits mit dem London Symphony Orchestra eingespielt hat.

Auf dem Programm

Frederick Delius (1862 – 1934)
„The Walk to the Paradise Garden“
Zwischenspiel aus der Oper A VILLAGE ROMEO AND JULIET

Richard Strauss (1864 – 1949)
Lieder für Tenor und Orchester
Heimliche Aufforderung op. 27 / 3
Ich trage meine Minne op. 32 / 1
Ständchen op. 17 / 2
Morgen op. 27 / 4
Zueignung op. 10 / 1

Edward Elgar (1857 – 1934)
„Falstaff“, sinfonische Studie für Orchester in c-Moll, op. 68
I: Falstaff and Prince Harry (Allegro)
II: Eastcheap – Gadshill – The Boar's Head, revelry and sleep (Allegro molto)
IIa: Dream Interlude (Poco allegretto)
III: Falstaff's March – The return through Gloucestershire - The new King – The hurried ride to London (Allegro)
IIIa: Interlude – In Shallow's orchard (Allegretto)
IV: King Henry V.'s progress – The repudiation of Falstaff, and his death (Allegro molto)