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4. Tischlereikonzert: Pierrot Lunaire

Kammermusik in unkonventioneller Atmosphäre

Informationen Zum Werk

ca. eine Stunde / Keine Pause

Besetzung

Bühne, Kostüme

Mari-Liis Tigasson

Tänzerin

Denise Noack

Flöte / Piccoloflöte

Jochen Hoffmann

Klarinette / Bassklarinette

Dieter Velte

Violine / Viola

Yukari Aotani-Riehl

Violoncello

Arthur Hornig

Zum Inhalt

Schon der Titel gibt zu denken: Wer oder was ist Schönbergs „Pierrot lunaire“? Ein Clown im Mondlicht? Oder doch ein Fantast, ein Mondsüchtiger, ein melancholischer Schwärmer? Und auch in den dreimal sieben Gedichten, die der Komponist für sein op. 21 auswählte, fließen die Perspektiven, Gestalten, Sprecher im Mondlicht schillernd ineinander: der Dandy, Columbine, die schmerzenreiche Madonna, Pierrot – Gestalten der commedia dellʾ arte ebenso wie der Bilderwelt des fin de siècle mit seiner spätgeborenen Fülle.

„Bestellungen“ ansonsten eher abgeneigt, akzeptierte Schönberg 1912 begeistert den Kompositionsauftrag der Vortragskünstlerin und Schauspielerin Albertine Zehme für einen Zyklus auf Gedichte aus Albert Girauds „Pierrot lunaire“. Die freie deutsche Übertragung von Otto Erich Hartleben hatte es dem Komponisten angetan, er ahnte für sich ganz neue Ausdrucksmöglichkeiten. Mit Einverständnis der Auftraggeberin erweiterte er sukzessive die ursprünglich angedachte Klavierbegleitung: Flöte, Piccolo, Geige, Bratsche, Klarinette und Bassklarinette wechseln sich in immer neuen Instrumentenkombinationen ab. Jedes der Gedichte erhält seine ganz eigene Klangfarbe und Stofflichkeit. Erst im „alten Duft“ der Nummer 21 vereinen sich alle Farben zu einem beinahe tonalen Anhauch aus längst vergangener Zeit. Alte Formen und Satzmodelle (darunter Barkarole, Passacaglia, Kanon und Walzer) oder Stücke alter Meister wie Bach und Wagner werden im Verlauf des Zyklus ähnlich subtil heraufbeschworen. Die musikalische Tradition tanzt im Mondlicht – ein Prisma gebrochener Identitäten der neuen musikalischen Moderne. Für die Zehme selbst entwarf Schönberg eine ganz eigene Vortagsweise in der Tradition des klassischen Melodrams. Weder Gesang noch natürliche, realistische Rede, sondern ein geformtes Sprechen mit fixierten Tonhöhen und -längen: exakt, dramatisch, nüchtern, virtuos.

Das beste Geleitwort hat der Komponist seinem mondlichternen Pierrot wohl selbst geben. Im Programmheft der Uraufführung stellt er den 21 Gedichten ein variiertes Zitat aus Novalisʾ „Fragment über absolute Poesie“ voran:
„Es lassen sich Erzählungen ohne Zusammenhang, jedoch mit Assoziation, wie Traum, denken – Gedichte, die bloß wohlklingend und voll schöner Worte sind, aber auch ohne allen Sinn und Zusammenhang, höchstens einige Strophen verständlich, wie Bruchstücke aus den verschiedenartigsten Dingen. Diese wahre Poesie kann höchstens einen allegorischen Sinn im Großen und eine indirekte Wirkung haben.“


Mit ihrer Kammermusik-Reihe haben sich die Musiker und Musikerinnen des Orchesters der Deutschen Oper Berlin einen Wunsch erfüllt: Inspiriert von zentralen Produktionen des Opernspielplans, stellen sie Konzertprogramme mit Werken zusammen, die ihnen persönlich am Herzen liegen. Dabei werden sie von Sängern aus dem Ensemble des Hauses, aber auch von Gästen unterstützt.

Arnold Schönberg [1874 – 1951]
Pierrot Lunaire, op. 21
Dreimal sieben Gedichte, op. 21, aus „Pierrot lunaire“ von Albert Giraud, ins Deutsche übertragen von Otto Erich Hartleben

*** I. TEIL ***
1. Mondestrunken
2. Colombine
3. Der Dandy
4. Eine blasse Wäscherin
5. Valse de Chopin
6. Madonna
7. Der kranke Mond

*** II. TEIL ***
8. Nacht
9. Gebet an Pierrot
10. Raub
11. Rote Messe
12. Galgenlied
13. Enthauptung
14. Die Kreuze

*** III. TEIL ***
15. Heimweh
16. Gemeinheit
17. Parodie
18. Der Mondfleck
19. Serenade
20. Heimfahrt
21. O alter Duft

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