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Ein Fan der Musik von Richard Strauss

Juraj Valcuha dirigiert das Orchester der Deutschen Oper Berlin ... Mit Juraj Valcuha sprach Jörg Königsdorf

Sinfoniekonzert
mit Werken von Anton Webern, Richard Wagner und Richard Strauss
Sopran: Camilla Nylund
Dirigent: Juraj Valcuha
4. Dezember 2021

Elektra
von Richard Strauss
Dirigent: Juraj Valčuha
Regie: Kirsten Harms
Mit Anna Larssen, Catherine Foster, Flurina Stucki, Clemens Bieber, Tobias Kehrer u. a.
3., 16. Februar 2022

Mit 45 Jahren kann der slowakische Dirigent Juraj Valcuha schon auf eine beeindruckende Karriere zurückblicken und hat bereits mit einigen der bedeutendsten Orchester der Welt zusammengearbeitet. Mit der Deutschen Oper Berlin verbindet Valcuha, der Berlin darüber hinaus auch als erster Gastdirigent des Konzerthausorchesters verbunden ist, eine regelmäßige Zusammenarbeit. Diese Partnerschaft wird in dieser Spielzeit gleich mit zwei weiteren Projekten fortgesetzt: Am 4. Dezember dirigiert Juraj Valcuha ein Sinfoniekonzert mit der Solistin Camilla Nylund (anstelle von Anja Harteros), in dessen Rahmen Werke von Anton Webern, Richard Wagner und Richard Strauss erklingen, und im Februar 2022 leitet er die Aufführungen von Strauss’ ELEKTRA. 

Herr Valcuha, es gibt nicht wenige Fälle, wo Dirigenten während einer Opernaufführung zusammengebrochen oder gar verstorben sind – die Bayerische Staatsoper allein hat zwei ihrer Chefdirigenten auf diese Weise bei Aufführungen des TRISTAN verloren. Aus dem Konzertbereich sind dagegen kaum solche Fälle bekannt. Ist das Dirigieren von Opern anstrengender als das von Sinfonien?
Für mich eigentlich nicht. Natürlich ist die Rolle des Orchesters eine andere. Im Konzertbereich erzählt das Orchester allein die ganze Geschichte, während es bei manchen Opern tatsächlich mehr um das Begleiten geht. Aber von den Opern Wagners an vermittelt das Orchester genauso viel Drama, Charakter und Atmosphäre wie in einer großen Sinfonie. Nur, dass die Einbindung der Sänger natürlich einen höheren Grad an Flexibilität fordert. Und selbst wenn Sie drei Aufführungen des gleichen Werks mit den gleichen Sängern leiten, ist der Atem jedes Mal ein anderer.

Sie dirigieren an der Deutschen Oper Berlin sowohl im Sinfoniekonzert ein Werk von Richard Strauss wie dann im Februar seine ELEKTRA. Ist die Musik von Strauss für Sie emotional oder eher unterkühlt?
Vielleicht bewundere ich Strauss so sehr, weil ich selber auch komponiere: diese Meisterschaft in der Orchestrierung und im Umgang mit Harmonien! Und natürlich ist seine Musik sehr emotional – aber eben auch sehr demonstrativ. Seine Werke haben oft ein Programm, das so detailliert und deskriptiv umgesetzt wird, dass manchen die Virtuosität von Strauss als bloßer Selbstzweck und Verwirklichung seines Egos erscheint. Aber geht es bei Mahlers Sinfonien nicht auch immer um ihn selbst? Nur hat Mahler das nicht so explizit gemacht.

Im Konzert mit dem Orchester der Deutschen Oper Berlin dirigieren Sie Strauss und Wagner – beides Komponisten, die auch als Dirigenten berühmt waren. Merkt man das den Partituren an?
Sowohl Strauss als auch Wagner wussten genau um Klangwirkungen, aber auch um die Psychologie von Orchestern und haben ihre Partituren mit vielen Anweisungen versehen, die von dieser Kenntnis zeugen. Bei beiden herrscht eine strenge Ökonomie der Mittel und man muss eigentlich nur möglichst genau realisieren, was dort steht. Bei TRISTAN fasziniert mich beispielsweise immer, wie viel Piano- und Pianissimo-Markierungen es dort gibt – die Musik ist geradezu das Gegenteil von laut und bombastisch. Strauss dagegen schöpft manchmal auch extreme Lautstärken aus – zum Beispiel in ELEKTRA, wo er manchmal den Effekt haben will, dass die Stimmen in den Klangeruptionen des Orchesters untergehen. Aber auch das ist natürlich exakt kalkuliert.

Camilla Nylund singt im Konzert am 4. Dezember 2021 u. a. „Isoldes Liebestod“ © Anna S.
 

Sie sind einer der letzten Schüler des legendären russischen Pädagogen Ilja Musin, der unter anderem auch Dirigenten wie Valery Gergiev, Yuri Temirkanov, Semyon Bychkov und Teodor Currentzis unterrichtet hat. Was war für Sie das Wichtigste, das Sie von ihm gelernt haben?
Ich hatte über ihn gelesen, als ich 1994 mit meinem Chor aus Bratislava in New York war und dort ein Konzert der New York Philharmonic mit Gergiev hörte. Von da an stand mein Entschluss fest, nach St. Petersburg zu gehen. Ich wollte unbedingt dort studieren, Musin stand da zunächst gar nicht im Vordergrund. Er war damals ja schon über neunzig und eine lebende Legende – drei Jahre älter als Schostakowitsch! Er hat mich aber in seine Klasse aufgenommen, als ich ihm 1995 vordirigierte, und mich zwei Jahre lang unterrichtet. In mehr als sechzig Jahren Lehrtätigkeit hatte Musin eine extrem detaillierte Dirigiertechnik entwickelt, bei der immer im Vordergrund stand, den gewünschten Ausdruck zu vermitteln. Deshalb sind seine Schüler auch allesamt so unterschiedliche Künstlerpersönlichkeiten – es ging bei ihm kaum je um einen bestimmten Stil, in dem man ein Werk zu interpretieren habe, sondern darum, wie man am besten das erreicht, was man ausdrücken will. Und dazu bedarf es für einen Dirigenten eines extrem genauen Einsatzes beider Hände. Natürlich ist beim Dirigieren grundsätzlich eine Hand für Rhythmus und Tempo und die andere für Ausdruck zuständig, aber es geht darum, wie beide zusammenwirken, um das optimale Ergebnis zu erzielen. Dazu braucht man eine Geschmeidigkeit und Präzision, die – wie Musin immer gesagt hat – durchaus mit einem Profifußballer vergleichbar ist. Setzt der in einem Fuß zu viel Kraft ein, ist der Ball schnell weg.

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