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Nachwuchspflege wird hier gelebt

Das Orchester der Deutschen Oper Berlin widmet sich seit Jahrzehnten ganz besonders auch der Nachwuchspflege. Als eines der ersten deutschen Orchester installierte es die Orchesterakademie, um angehenden Musikern die Möglichkeit zu geben, den „Alltag“ eines Berufsmusikers zu erfahren und sich ein großes Repertoire an Orchester- und Opernliteratur zu erarbeiten.

Auf die jüngeren Musiker richtet sich das Engagement im Rahmen von „tutti pro“, der Orchesterpatenschaft mit dem Landesjugendorchester Berlin, sowie der Internationalen Musikakademie für musikalisch Hochbegabte in Deutschland.

Die Orchesterakademie der Deutschen Oper Berlin

Die Orchesterakademie der Deutschen Oper Berlin wurde im Jahr 1983 gegründet und war somit eine der ersten Akademien zur Ausbildung von Orchesternachwuchs in Deutschland und die erste an einem Opernhaus. Ihr gehören 16 junge Musikerinnen und Musiker für maximal zwei Jahre an.

 

Die Hochschulausbildung für Musiker orientiert sich meist am solistischen Repertoire. Junge Musiker haben im Orchester der Deutschen Oper Berlin die Möglichkeit, Orchestererfahrung zu sammeln und wichtige Teile des Opernrepertoires kennenzulernen. Im Einzelunterricht und in Orchesterstudien werden sie von Mentoren aus ihrer Stimmgruppe, überwiegend den Konzertmeistern, Stimmführern und Bläsersolisten des Orchesters, betreut. Die Akademisten dürfen bei Proben, Konzerten und Opernaufführungen mitspielen, wenn sie sich mit ihren Dozenten die Werke angeeignet haben.

 

Der Pflege der Kammermusik kommt ebenfalls ein hoher Stellenwert zu. Deshalb werden die Akademisten in die Kammermusikreihe jeder Spielzeit mit einem eigenen Kammerkonzert integriert. Auch dabei werden sie von Ihren Mentoren unterstützt, gern werden auch Ensembles gebildet, bei denen Akademisten mit ihren Dozenten gemeinsam Kammermusik machen.

 

Ein wichtiger Teil der Förderung in der Orchesterakademie ist die Vorbereitung auf Probespiele um eine spätere Orchesterstelle. Deshalb bietet die Orchesterakademie der Deutschen Oper Berlin ein spezielles Probespieltraining und simulierte Probespiele an. Begleitend dazu gibt es seit Neuem auch Workshops für Mentaltraining und Atemtechnik sowie Korrepetition.

 

Nicht nur die jungen Akademisten profitieren von dieser Spitzenausbildung, sondern auch das Orchester der Deutschen Oper Berlin selbst. Ganz bewusst werden Akademiestellen in den Instrumentengruppen besetzt, die in den nächsten Jahren eine Vakanz durch Pensionierung haben werden. So gelingt es erfreulich oft, den Nachwuchs für die frei werdenden Stellen rechtzeitig selber auszubilden und so klangliche Traditionen und Repertoirekenntnis fortzuführen. Rund ein Fünftel der heutigen Mitglieder des Orchesters sind ehemalige Akademisten der Orchesterakademie, allein in den letzten acht Jahren konnten neun freie Stellen im Orchester der Deutschen Oper Berlin im Probespiel durch Akademisten besetzt werden.

Orchesterakademisten 2019/20 © Georg Roither
 

 

In der Saison 2019/2020 begrüßen wir in der Orchesterakademie:

Emily Mücke, Charlotte Veihelmann, Raphaëlle Zavattero, Giulia Sofia Scilla, Kostas Malamis, Haryum Kang (Violine), Lina-Marie Däunert, Sangji Park (Viola), Xinchi Wang, Anne-Claire Dani (Violoncello), Kevin Zenteno, Muzi Ji  (Kontrabass), Silvia Rozas Ramallal (Flöte), Pedro Silva (Horn), Maria Lantos (Trompete), Liz Fréon (Harfe), Lukas Zeuner (Schlagzeug).

 

Für eine Bewerbung für die Orchesterakademie

Die Ausbildung in der Akademie dauert in der Regel eine Spielzeit mit Option auf eine Verlängerung um ein weiteres Jahr. Die monatliche Anzahl der Dienste beträgt zehn, dafür wird eine monatliche Aufwandsentschädigung von zurzeit 900 € bezahlt. Die Akademisten erhalten regelmäßigen Unterricht und haben die Möglichkeit, an Workshops teilzunehmen. Probespiele für die Akademie finden meist in den Monaten April und Mai statt.

Bewerbungen bitte schriftlich an: Stiftung Oper in Berlin, Deutsche Oper Berlin / Orchesterdirektion, Postfach 100280, 10562 Berlin oder per Email an lawrenz@deutscheoperberlin.de

 

Fragen zur Akademie beantwortet Kaja Beringer (Orchestervorstand)

„tutti pro“ ... Die Patenschaft mit dem LJO

„tutti pro“ ist eine gemeinsame Initiative der Deutschen Orchestervereinigung (DOV) mit der Jeunesses Musciales Deutschland (JMD) und dem Verband deutscher Musikschulen (VdM) mit dem Ziel der Zusammenführung von Berufsorchestern und Jugendorchestern. Im Rahmen der Patenschaft mit dem Landesjugendorchester Berlin (LJO) stellt sich das Orchester der Deutschen Oper Berlin als Mentor zur Verfügung und gibt den Mitgliedern des LJO praktische und instrumentenspezifisch Hilfestellung beim Musizieren im Orchester. Die jungen Musiker erhalten so die Möglichkeit, Proben des Berufsorchesters mitzuverfolgen. Üblich ist es ebenfalls, dass Musiker der Deutschen Oper Berlin Registerproben der jungen Musiker leiten, oder dass dem LJO mit Notenmaterial ausgeholfen wird. Die Mitglieder des Landesjugendorchesters erhalten auch besonders vergünstige Eintrittskarten zu Opernaufführungen und Konzerten in unserem Hause.

Das Landesjugendorchester Berlin besteht in der Trägerschaft des Landesmusikrates Berlin seit 1987. Jährlich werden zwei Arbeitsphasen von 8 bis 10 Tagen durchgeführt, die mit öffentlichen Konzerten abgeschlossen werden. Das LJO, dem fortgeschrittenen jungen Instrumentalisten im Alter zwischen 14 und 21 Jahren angehören, bietet regelmäßig die Möglichkeit, sich unter der Leitung erfahrener Dirigenten und Dozenten im Ensemble fortzubilden – eine hochwertige Erfahrung ganz unabhängig davon, ob die einzelnen Teilnehmer eine professionelle musikalische Ausbildung anstreben oder ganz andere berufliche Ziele haben. In den über zwanzig Jahren seines Bestehens waren dies u. a. Volker Wangenheim, Wolf-Dieter Hauschild, Lothar Königs, Jiri Kout, Rolf Reuter, Jac van Steen, mehrmals Peter Gülke und Michail Jurowski. Dabei wurde, in immer neuer Besetzung, eine Vielzahl von Werken nahezu aller Stilrichtungen und Epochen einstudiert. Das Orchester ist, außer in Berlin sowie in zahlreichen größeren und kleineren Orten in Deutschland, auch in Posen und Krakau, Moskau, Prag und Atlanta aufgetreten.

Weitere Informationen unter www.landesmusikrat-berlin.de

 

Internationale Musikakademie zur Förderung musikalisch Hochbegabter

Konzert der Internationalen Musikakademie © 2014

 

Die Internationale Musikakademie zur Förderung musikalisch Hochbegabter ist ein herausragendes Beispiel für privates ehrenamtliches Engagement. Die Finanzierung des Trägervereins erfolgt ausschließlich durch private Mittel und Spenden. Die Akademie fördert – von der Kindheit an bis zur Aufnahme des Studiums an einer Musikhochschule oder Universität – Instrumentalisten und kammermusikalische Gruppen. Kriterium dafür ist eine außergewöhnliche musikalische Begabung. Die langfristige und individuelle Unterstützung erfolgt unabhängig von der sozialen Herkunft. Hauptschwerpunkte liegen hier in der Gewährung von Zusatzunterricht und in der kammermusikalischen Ausbildung. Die Teilnahme an Workshops, Meisterkursen und Konzerten sind weitere Angebote der Akademie.

Die Deutsche Oper Berlin und ihr Orchester haben 2001 die Patenschaft für die Musikakademie übernommen. Christian Thielemann war bis 2009 der künstlerische Mentor und ist nun neben Daniel Barenboim Ehrenmitglied. Aktueller künstlerischer Mentor ist der Generalmusikdirektor Donald Runnicles.

Weitere Informationen: www.int-musikakademie.org