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  • Die Schändung der Lucretia © 2014, Marcus Lieberenz

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Die Schändung der Lucretia

Benjamin Britten (1913 – 1976) / Haus der Berliner Festspiele
Fr 14.11.2014 / 19:30 Uhr / € 17,00 bis 62,00 / Premiere

Im Haus der Berliner Festspiele

Oper in zwei Akten
Libretto von Roland Duncan
Nach dem Schauspiel „Le viol de Lucrèce“ von André Obey
Uraufführung am 12. Juli 1946 in Mr. and Mrs John Christie's Opera House, Glyndebourne
Premiere der Deutschen Oper Berlin im Haus der Berliner Festspiele am 14. November 2014

In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln

ca. 2 Stunden / Eine Pause

Einführung: 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im oberen Foyer rechts

Besetzung

Musikalische Leitung

Nicholas Carter

Inszenierung

Fiona Shaw

Kostüme

Deborah Andrews

Movement Director

James Rutherford

Dramaturgie

Angelika Maidowski

Male Chorus

Thomas Blondelle

Female Chorus

Ingela Brimberg

Collatinus, ein römischer General

Andrew Harris

Junius, ein römischer General

Seth Carico

Tarquinius, ein etruskischer Prinz

Duncan Rock

Lucretia, Ehefrau des Collatinus

Katarina Bradic

Bianca, Lucretias Amme

Ronnita Miller

Lucia, Lucretias Dienerin

Elena Tsallagova

Zum Inhalt

Als Benjamin Britten ein Jahr nach der erfolgreichen Uraufführung seines PETER GRIMES vor der Aufgabe stand, eine zweite Oper zu komponieren, entschied er sich für eine radikale Änderung des „Formats“: Anstatt erneut ein aufwendiges Werk mit Chor, großem Orchester und vielen Solisten in Erwägung zu ziehen, für das es, unmittelbar nach Kriegsende, weder die Mittel noch das Publikum gab, begann er mit der Komposition einer Kammeroper. Sie sollte wenig kosten und so flexibel zu realisieren sein, dass man sie auch auf kleinen Bühnen spielen und mit ihr die Provinz bereisen konnte.

Zusammen mit seinen alten Weggefährten aus der PETER GRIMES-Zeit, Eric Crozier, der Sängerin und Theaterleiterin Joan Cross, seiner ersten Ellen Orford, und seinem Lebensgefährten, dem Tenor Peter Pears, gründete er die Glyndebourne English Opera Group, aus der später die English Opera Group und dann das Aldeburgh Festival hervorging. Erstes Projekt des neuen Kreativ-Teams wurde THE RAPE OF LUCRETIA.

Die seit der Antike überlieferte Geschichte der Römerin Lucretia, die ihren Mann liebt, ihm treu ist und sich, nachdem sie vom skrupellosen Tarquinius vergewaltigt wurde, selbst tötet, passte für Britten in die von Zweifeln und traumatischen Erfahrungen geprägte Nachkriegszeit. Mit einem Orchester von nur dreizehn Musikern und acht Solisten schuf er ein Werk von packender Intensität, das zugleich eines seiner lyrischsten ist. Mit seiner klaren Trennung in ariose und rezitative Teile angelehnt an die Traditionen der Barockoper, lässt die Oper, wie vom Komponisten ausdrücklich beabsichtigt, an Purcell denken, den vor Britten bedeutendsten englischen Opernkomponisten. Ebenfalls eine Reminiszenz an antike Vorbilder ist der von Britten eingesetzte Chor – allerdings in Gestalt nur jeweils eines Mannes [„Male Chorus“] und einer Frau [„Female Chorus“] –, der das Geschehen begleitet und kommentiert. Benjamin Britten schuf die Titelpartie für die große Altistin Kathleen Ferrier, den Part des „Male Chorus“ übernahm Peter Pears, Joan Cross sang den „Female Chorus“.

Eine Produktion des Glyndebourne FestivalPremiere am 19. Oktober 2013