Nurejew
Das vielfach preisgekrönte Ballett Nurejew, choreographiert von Yuri Possokhov, komponiert von Ilya Demutsky und inszeniert vom visionären Regisseur Kirill Serebrennikov, feierte seine Premiere im Dezember 2017 am weltberühmten Bolschoi-Theater in Moskau. Bereits vor der Uraufführung erregte das Werk internationales Aufsehen. Jetzt bringt das Staatsballett Berlin diese außergewöhnliche Inszenierung erstmals außerhalb Russlands auf die Bühne.
Ballett, Oper und Schauspiel, inklusive eines umfangreichen Ensembles, verschmelzen in diesem groß angelegten Gesamtkunstwerk zu einer eindrucksvollen Hommage an das Leben und die Karriere von Rudolf Nurejew, einem der größten Tänzer des 20. Jahrhunderts. Seine künstlerische Brillanz und sein eigenwilliger Charakter, gesellschaftliche sowie politische Grenzen zu überschreiten, machten ihn zu einer Ikone des Balletts und der Kunstwelt.
Die Handlung entfaltet sich entlang einer aufwendig inszenierten Nachstellung einer Auktion, bei der persönliche Gegenstände Nurejews versteigert werden. Dabei verknüpfen Yuri Possokhov und Kirill Serebrennikov klassische und moderne Ästhetik in eindringlichen Szenen aus Nurejews Leben: von seiner außergewöhnlichen Karriere in der Sowjetunion über seine spektakuläre Flucht in den Westen bis hin zu seinem prägenden Einfluss auf die westliche Ballettszene. Auch seine Beziehungen und die offene Darstellung seiner Homosexualität finden Raum. Yuri Possokhovs atemberaubende Choreographie ist eine komplexe künstlerische Reflexion über Nurejews Persönlichkeit und Arbeit, die das klassische Ballettrepertoire und den Zeitgeist dieser Epoche wieder aufleben lässt. Das reiche Bewegungsmaterial aus der russischen Ballettradition stellt technisch und schauspielerisch höchste Ansprüche an das Ensemble.
Nach der gefeierten Premiere in Russland wurde das Werk für seine emotionale Tiefe und visuelle Kraft hochgelobt – und zugleich heftig diskutiert. Im Zuge der 2022 verschärften LGBTQ-Gesetze verschwand Nurejew aus dem Programm des Bolschoi-Theaters, mit der Begründung, das Stück verstoße gegen das Verbot von Propaganda «nicht traditioneller Werte».
Dieses monumentale Tanzereignis ist nicht nur ein besonderer Moment für das Staatsballett Berlin, sondern bietet die Gelegenheit, die einzigartige Geschichte eines Künstlers zu erleben, der nicht nur die Ballettwelt revolutionierte, sondern auch für künstlerische Freiheit und individuelle Selbstbestimmung stand.
Empfohlen ab 10 Jahren
Sprachen: Englisch/Französisch (Text), Russisch/Französisch (Gesang)
Mit deutschen Übertiteln
Es werden während der Aufführung unvermittelte und starke Blitzlichter ausgelöst.
Neuproduktionen 26/27
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