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20. Mai 1939 – 22. Januar 2019

Im Gedenken an Uwe Peper

von Curt A. Roesler

Wie wir erfahren haben, starb Uwe Peper Ende Januar in seinem 80. Lebensjahr. Er war Ensemblemitglied der Deutschen Oper Berlin von 1987 bis 2002. Geboren in Hamburg, studierte er in Aschersleben und Leipzig Gesang. Seine ersten Bühnenerfahrungen holte er in der „Provinz“, in Eisleben als Chorsänger und in Halberstadt als Solist. Hier sang er bereits eine seiner späteren Paraderollen, den Pedrillo in der ENTFÜHRUNG AUS DEM SERAIL von Wolfgang Amadeus Mozart.

Uwe Peper als Pedrillo an der Seite von Matti Salminen © Kranichphoto
 

1969 wurde er von Walter Felsenstein an die Komische Oper Berlin engagiert, wo er unter anderem auch mit Götz Friedrich arbeitete. Dort sang er alle großen Comprimario-Rollen – außer Pedrillo u. a. Jaquino, Monostatos, Goro – und einige Hautpartien wie Abu Hassan in Carl Maria von Webers gleichnamiger Oper oder Der lustige Musikant in DAS LAND BUM-BUM von Georg Katzer. In Harry Kupfers Antritts-Inszenierung als Chefregisseur, DIE MEISTERSINGER VON NÜRNBERG, sang er 1981 zum ersten Mal den David, die Rolle, mit der man ihn neben Pedrillo am meisten identifiziert und die in einer Aufführung der Deutschen Oper Berlin in der Inszenierung von Götz Friedrich auch auf DVD dokumentiert ist. Mitte der 80er Jahre verließ er die DDR und begann eine internationale Karriere, die ihn auch u. a. an die Opernhäuser von Paris und Mailand bringen sollte.

1987 jedoch kehrte er nach Berlin zurück, in den damaligen Westteil, an die Deutsche Oper Berlin zu Götz Friedrich. Kilian in DER FREISCHÜTZ war seine erste Premiere und von da an war er eine unverzichtbare Stütze des Ensembles. Er trat in die Fußstapfen zweier ganz unterschiedlicher großer Sänger, die sich gerade in den Ruhestand zurückgezogen hatten, Martin Vantin und Helmut Krebs. In seiner ersten Spielzeit sang Uwe Peper noch in einer weiteren Premiere (LADY MACBETH VON MZENSK) und in zwei Wiederaufnahmen, darunter den Intriganten Valzacchi in der alten Inszenierung des ROSENKAVALIER, eine Partie mit der er später in Götz Friedrichs Inszenierung einen wesentlichen Akzent setzen sollte. Von nun an fehlte er in kaum einer wichtigen Inszenierung von Götz Friedrich und wenn es nur ein Brabantischer Edler in LOHENGRIN oder einer der Ältesten in MOSES UND ARON war. Bei den beiden Gastspielen der Deutschen Oper Berlin in Japan 1993 und 1998 – dort wurden die Videoaufzeichnungen von TRISTAN UND ISOLDE und DIE MEISTERSINGER VON NÜRNBERG gemacht mit ihm als Hirten bzw. David.

Uwe Peper als Gottesnarr an der Seite von Matti Salminen und René Kollo © Kranichphoto
 

Mit einem Brettl-Lieder-Abend im Foyer begeisterte er dank seiner außergewöhnlichen Diktion ebenso wie mit seinen zahlreichen Charakterstudien auf der Bühne, von denen unbedingt noch der Narr in BORIS GODUNOW erwähnt werden sollte, den er ebenso wie den David an der Komischen Oper Berlin unter Harry Kupfer und an der Deutschen Oper Berlin unter Götz Friedrich gestaltete. 1992 kehrte er auf die Bühne der Komischen Oper Berlin zurück, und zwar in einer Inszenierung von Götz Friedrich, die als Koproduktion der der Deutschen Oper Berlin, der Komischen Oper Berlin und der Schwetzinger Festspiele entstanden war, DESDEMONA UND IHRE SCHWESTERN von Siegfried Matthus. Bis zum Ende seiner aktiven Bühnenzeit Anfang des Jahres 2003 führte er seine internationale Karriere fort.

Das Ensemble und Ehemaligen der Deutschen Oper Berlin werden Uwe Peper ein ehrendes Andenken bewahren in der Erinnerung an viele großartige Opernabende in Berlin und auch anderswo.