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09. Dez

Antikrist

Rued Langgaard (1893 – 1952)
Fr 24.04.2020 - 19:30 Uhr
C-Preise: € 100,– / € 82,– / € 58,– / € 34,– / € 24,–

Abo: SWAC, SWAD,

Informationen zum Werk

Kirchenoper in zwei Akten und sechs Bildern. Libretto vom Komponisten nach dem dramatischen Gedicht „Antikrist: Et Dramatisk Digt“ von P. E. Benzon und „Lord of the World“ von Robert Hugh Benson. Erste Version, BVN 170, komponiert zwischen 1921 und 1923, revidierte Fassung, BVN 192, zwischen 1926 und 1930. Szenische Uraufführung am 2. Mai 1999 am Tiroler Landestheater in Innsbruck.

empfohlen ab 16 Jahren

In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

90 Minuten / Keine Pause

Einführung: 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Rang-Foyer rechts

Besetzung

Musikalische Leitung

Stephan Zilias

Inszenierung, Bühne

Ersan Mondtag

Chöre

Jeremy Bines

Dramaturgie

Lars Gebhardt

Luzifer

Thomas Lehman

Gottes Stimme

Jörg Schörner

Das Echo der Rätselstimmung

Jacquelyn Stucker

Die Rätselstimmung

Irene Roberts

Der Mund, der große Worte spricht

Thomas Blondelle

Der Missmut

Anna Buslidze

Die große Hure

Flurina Stucki

Das Tier in Scharlach

Michael König

Die Lüge

Thomas Blondelle

Der Hass

Seth Carico

Zum Inhalt

In eine gottlose Welt tritt der Antichrist. Angerufen von Luzifer selbst offenbart er sich in vielerlei Gestalt: Durch Hoffart, Missmut, Begierde, Lüge und Hass wird die Menschheit im „Streit aller gegen alle“ geprüft und versucht. Doch am Schluss setzt die Stimme Gottes dem Antichrist ein Ende: „Hephata!“ / „Öffne dich!“ – die Welt scheint gereinigt.

Rued Langgaards Anfang der 1920er Jahre komponierte und bis 1930 grundlegend überarbeitete „Kirchenoper“ ist ein Monolith im Schaffen des Komponisten, das an aufregenden und ungewöhnlichen Werken nicht arm ist. Ausgehend von der Offenbarung des Johannes entwirft er ein endzeitlich geprägtes Mysterienspiel, das den Zeitgeist des Fin de Siècle nicht verhehlen kann. Dementsprechend geschichtspessimistisch lässt sich sein hochsymbolistischer, voller Assoziationen steckender Text lesen. Doch die schillernde Musik – vom spätromantischen, großen Orchesterklang geprägt, der aber auch immer wieder in sich zusammenfällt und aus dem karg und nüchtern Details herausgearbeitet werden – bringt Hoffnung in die dunkle Welt. Der künstlerische Einzelgänger Langgaard hat hier zu einem Personalstil gefunden, der zwar an Strauss und Wagner erinnert, aber auch seine Zeitgenossen Hindemith und Schönberg nicht verleugnet.

Regisseur Ersan Mondtag gibt sein Berliner Operndebüt – die ungemein kräftige Bildsprache des mehrfachen „Nachwuchsregisseur des Jahres“ [Theater heute], dessen Arbeiten mehrfach beim Theratertreffen zu sehen waren, scheint mit ihrer Überästhetisierung wie geschaffen für Langgaards Endzeit-Mysterium.

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