Premiere / Im Haus der Berliner Festspiele

Semiramide (halbszenisch)

Gioacchino Rossini [1792 – 1868]

20
Donnerstag
Oktober
19:30
26,00 - 86,00 €
Informationen zum Werk

Melodramma tragico in zwei Akten / Spielfassung
Libretto von Gaetano Rossi nach Voltaires "Le Tragédie de Sémiramis"
Uraufführung am 3. Februar 1823 in Venedig

ca. 3 Stunden 15 Minuten / eine Pause

In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

45 Minuten vor Vorstellungsbeginn: Einführung im Rang-Foyer

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Das Programmheft zu SEMIRAMIDE finden Sie hier als Download-PDF
20
Donnerstag
Oktober
19:30
26,00 - 86,00 €
Besetzung
zum Inhalt

Zu Unrecht wird Rossini auf seine Begabung als Buffa-Komponist beschränkt, zu Unrecht liegen seine Seria-Opern im Schatten des BARBIERE DI SIVIGLIA. Zwischen seiner ersten Oper IL CAMBIALE DI MATRIMONIO [Venedig 1810] und seiner letzten GUILLAUME TELL [Paris 1829] spannt sich das erfolgreiche Œuvre des Komponisten. Es zeigt eine zwanzigjährige vielfältige Entwicklung in unterschiedlichen Formen – von der ›farsa‹ über die Opera buffa, die Opera seria bis hin zur Grand opéra.

Verdi rühmte Rossinis geschmeidige Melodiensprache; seine brillante Kantabilität in den Gesangsstimmen und seine charakteristische Orchesterbegleitung stehen für typisch italienische Klangkultur auf der Opernbühne. 1823 markierte Rossini mit SEMIRAMIDE den Höhepunkt des Genres der alten großen italienischen Gesangsoper; die Zukunft sollte mit der Interpretation von Wagner- und Verdi-Partien ganz neue stimmliche Entwicklungen fordern.

Die Opera seria, der im Gegensatz zur Opera buffa als Libretto typischerweise eine Tragödie mit Persönlichkeiten aus Mythologie und Geschichte zugrunde liegt, bietet Figurentypen in festgelegten Situationen auf: der Held, die Heldin, der Bösewicht, die helfenden Figuren entsprechen einer Typisierung auch in Umfang und Anlage der Partien. Im Vordergrund der Bühnenwirkung aber stehen kunstvolle Koloraturen und kulinarische Verzierungen, die die psychologisch-dramaturgische Entwicklung in den Hintergrund treten lassen. Die virtuose, kapriziöse Primadonna war in der Belcanto-Oper das Maß aller Dinge für Komponisten, Theaterdirektoren und Publikum.

Rossini, der sich selbst als der »Letzte unter den Klassikern« sah, wählte für sein Meisterwerk SEMIRAMIDE einen archaischen Stoff, wie für eine »Opera monumentale« geschaffen: Die sagenumwobene babylonische Königin der Assyrer als Titelfigur, verstrickt in komplizierte Machtintrigen und Familienkonflikte. Die Stimme des Blutes ertönt, die des göttlichen Orakels und die der menschlichen Leidenschaften. Die Handlung bietet Königsmord, unbewussten Inzest und versehentliche Muttertötung, um dem Komponisten die Möglichkeiten für theatralische Situationen mit abgründigen Wahnsinnsszenen, reich ornamentierten Liebesschwüren, glutvollen Rachearien und glänzend effektvollen Chorszenen zu bieten. SEMIRAMIDE ist »die letzte Oper der großen Barocktradition, die schönste, die fantasiereichste, möglicherweise die vollkommenste; aber auch – unwiederbringlich – die letzte«, schreibt Rodolfo Celetti in seiner Geschichte des Belcanto.

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09
DEZ

Adventskalender im Foyer: Das 9. Fensterchen

Heute im Foyer: „Jenseits der Schneekönigin“
mit Alexandra Ionis, Oliver Boyd und Henriette Zahn
17.00 Uhr / Rang-Foyer rechts
Dauer: ca. 25 Minuten / Eintritt frei


Seit ihrer Uraufführung 2019 begeistert DIE SCHNEEKÖNIGIN in der Tischlerei der Deutschen Oper Berlin nicht nur Kinder. Auch dieses Jahr stehen zahlreiche Vorstellungen auf dem Spielplan. Umso größer ist die Freude, dass sich Alexandra Ionis und Henriette Zahn aus dem Cast der SCHNEEKÖNIGIN zusammengetan haben, um ein Türchen des Adventskalenders zu gestalten. Gemeinsam mit Oliver Boyd, Bariton im Chor der Deutschen Oper Berlin, präsentieren sie ein buntes Programm. Neben Brahms, Schönberg und Kurt Weill erklingen als besonderes Highlight auch Lieder des Komponisten der SCHNEEKÖNIGIN, Samuel Penderbayne, und seines Lehrers Moritz Eggert.

Die Berlinerin Alexandra Ionis studierte u. a. am Conservatorio di musica Giuseppe Verdi in Mailand und an der Accademia Nazionale di Santa Cecilia in Rom. 2016 debütierte sie in Strauss‘ DIE ÄGYPTISCHE HELENA an der Deutschen Oper Berlin. Weitere Produktionen hier am Haus waren DEATH IN VENICE, IL VIAGGIO A REIMS und IL TROVATORE. An der Staatsoper Unter den Linden sang sie in Widmanns BABYLON, Reimanns GESPENSTERSONATE, der Uraufführung von Eötvös‘ SLEEPLESS, in DER ROSENKAVALIER und zuletzt in der Neuproduktion von DER RING DES NIBELUNGEN als Schwertleite / DIE WALKÜRE.

Henriette Zahn ist Pianistin mit Schwerpunkt Kammermusik und Liedgestaltung und studierte in München, Lübeck und zuletzt in der Liedklasse von Wolfram Rieger an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin. Sie spielte u. a. mit dem Philharmonischen Staatsorchester Hamburg, der Karajan-Akademie, dem Württembergischen Kammerorchester und dem Goldmund-Quartett. Aufführungen führten sie u. a. an die Deutsche Oper Berlin, ans Schauspielhaus Hamburg, Theater Bremen, zu den Salzburger Festspielen, in die Allerheiligen Hofkirche in München. Rege Zusammenarbeit verbindet sie mit dem Komponisten Samuel Penderbayne und der Pianistin Anna Buchberger.

Oliver Boyd studierte am Queensland Conservatorium bei Gesangstrainer Gregory Massingham und an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin bei Christine Schäfer. Im September 2018 sang Oliver Boyd die Hauptrolle des Reverend Calloway in Paul Deans Oper DRY RIVER RUN. 2017 debütierte er mit dem Queensland Symphony Orchestra in der Rolle des Dancairo / CARMEN konzertant. Als Solist trat er in Händels „Messias“ auf, in Mahlers „Lieder eines fahrenden Gesellen“, Haydns „Nelson“- und „Paukenmesse“, Mozarts „Requiem“, „Vesper“ und „Missa Brevis“ sowie in Schuberts Messe in G-Dur. Oliver Boyd gewann zahlreiche Preise, darunter den ersten Preis beim Royal Melbourne Philharmonic Aria-Wettbewerb und den Champion der Champions im Queensland Eisteddfod. Er wurde als einer der Nachwuchskünstler des Brisbane Lord Mayor ernannt. Seit der Spielzeit 2021/22 ist Oliver Boyd Mitglied der Stimmgruppe der 1. Bässe im Chor der Deutschen Oper Berlin.