Die Deutsche Oper Berlin trauert um Kammersängerin Ute Walther - Deutsche Oper Berlin
Die Deutsche Oper Berlin trauert um Kammersängerin Ute Walther
23. Juni 1945 – 6. Juni 2026
Die wohl berührendste Ehrung erlebte Ute Walther erst sieben Jahre nach ihrem Bühnenabschied als Sängerin: 2013 stand sie noch einmal auf der Bühne - nicht in ihrem alten Stammhaus, der Deutschen Oper Berlin, sondern an der Seite von Karan Armstrong, René Kollo und Victor von Halem im Renaissance-Theater in „Quartetto“, einem Theaterstück über vier ältere Opernsänger. Berührend war dieser Abend vor allem deshalb, weil die vier Sänger dieser Produktion die glanzvolle erste Dekade der Ära Götz Friedrich repräsentierten – die Zeit, in der der Stern Ute Walthers am hellsten am Sängerhimmel leuchtete. Denn als die Mezzosopranistin 1986, bald nach ihrer Emigration aus der DDR, an die Deutsche Oper Berlin kam, wurde sie hier quasi auf Anhieb zu einer der präsentesten Sängerpersönlichkeiten im Ensemble und sang bald nach ihrem Hausdebüt als Komponist in ARIADNE AUF NAXOS eine beeindruckende Vielzahl von Partien von Mozart bis Aribert Reimann. Besonders in Erinnerung bleiben ihre Interpretationen von Wagners Fricka, Waltraute und Brangäne, Strauss‘ Octavian, aber vor allem Verdis Maddalena, Eboli und die Amneris in AIDA, die sie allein an der Deutschen Oper Berlin an 65 Abenden verkörperte. Im Verlauf von 20 Jahren kamen so über 600 Auftritte zusammen – eine Liste, die auch den Wechsel in ihren letzten Bühnenjahren hin zu Charakterpartien wie Strauss‘ Herodias, der Kabanicha in KATJA KABANOWA oder auch der Hexe in HÄNSEL UND GRETEL dokumentiert. Nun ist Ute Walther am 6. Juni nach langer, schwerer Krankheit verstorben. Die Deutsche Oper Berlin wird ihr ein ehrendes Andenken bewahren.