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Wagner frisch auf den Tisch - Deutsche Oper Berlin

Wagner frisch auf den Tisch

tutti d*amore verwursten Oscar Straus’ DIE LUSTIGEN NIBELUNGEN – und richten ein Operetten-Spektakel an

Im Ristorante Don Giovanni nahe der Oper sitzen vier junge Menschen. Man erkennt, dass es sich um die »tuttis« handelt. Weil sie ungewöhnlich farbenfroh gekleidet sind und weil sie einen besonders vertrauten Umgang miteinander haben. Man spürt, dass die vier viel Zeit zusammen verbringen – und dabei viele Entscheidungen gemeinsam fällen. Ohne Humor und Selbstironie ist das fast unmöglich. Und so ziehen sie sich gegenseitig ein bisschen auf, während sie Pizza, Pasta, Wein bestellen.

Das Kollektiv tutti d*amore besteht aus einer Regisseurin, einer Mezzosopranistin und zwei Tenören. Der Name ist eine Anlehnung an die italienische Operntradition, aber in klamaukig: Er lässt sich nicht übersetzen, ein Quatschitalienisch, wie es in der deutschen Variante des Italo Pop manchmal vorkommt. Die »Amore«, also die Liebe zur Musik, steht im Mittelpunkt – und die geht ja bekanntermaßen durch den Magen. Wir sitzen zu fünft am Tisch, das Gespräch ist locker und routiniert zugleich: Schnell wird klar, dass die tuttis, eine Art Agenda haben, dass sie wissen, woran sie glauben. Und dass sie sich in ihrer sechsjährigen Zusammenarbeit auf gewisse Ziele geeinigt haben: Oper*ette für alle ist ihr Motto. Und das bitte bunt, wild und hochprofessionell.

Anna Weber, Caroline Schnitzer, Ferdinand Keller und Ludwig Obst bewegen sich als hybride Künstler*innen an Aufführungsorten, die man auf den ersten Blick nicht mit klassischer Musik assoziiert. In Technoclubs wie dem Kater Blau oder dem Sisyphos soll die verbindende Kraft der Operette einem Publikum nahegebracht werden, das bisher nicht unbedingt mit der Institution Oper zu tun hatte – wohl aber mit der Liebe zur Musik. Außerdem geht es in der Oper und beim Rave um eine ähnliche Feier der Leidenschaft im Moment.

Die Vier kennen sich bereits seit ihrem Studium an der Hochschule für Musik Hanns Eisler. Frühzeitig entwickelten sie dort neue und kollektive Herangehensweisen und Produktionsbedingungen, als Gegenkonzept zu den Strukturen des klassischen Musikbetriebs und seinen Hierarchien. Es ist ungewöhnlich, dass drei der vier Kollektivmitglieder selbst Sänger*innen sind und dass sie mit der Regie zusammen die konzeptionelle und künstlerische Ausrichtung des Kollektivs bestimmen.

Mit ihrer ganz eigenen Melange aus Subkultur und Hochkultur widmen sich tutti d*amore gerne drängenden Fragen der Gegenwart. Zwei Stücke zur Gentrifizierung haben sie realisiert, außerdem TUTTI IN CAMPAGNA, eine Wanderoperette, aufgeführt an verschiedenen ländlichen Spielorten in Brandenburg. In MAGNA MATER entwerfen sie einen matriarchalen Staat: Franz von Suppès DIE SCHÖNE GALATHÉE und Paul Linckes LYSISTRATA dienen dabei als Grundlage, allerdings werden die Rollenbilder umgekehrt, überspitzt und verfremdet, bis nur noch Klischees übrigbleiben. Es wird klar: Machtmissbrauch kann, egal ob im Patriarchat oder im Matriarchat, nie die Lösung sein.

Zur erweiterten »tutti-Familie« gehören je nach Umfang des Projekts auch ein Chor und ein Kammerorchester. Es ist den Gründungsmitgliedern wichtig, dass alle Beteiligten sich gehört und gesehen fühlen – und damit auch Initiative zeigen und Verantwortung tragen. »Wir brauchen einen Cocktail aus professionellen Künstler*innen der Sparten Musik und Theater, die mit dieser Kunstform mehr bewegen wollen, als nur ihre Ausführenden zu sein. Dafür übernehmen wir auch gern die Care-Arbeit.«

Mit diesen Zielen stürmen sie jetzt die Deutsche Oper Berlin. Und entscheiden sich mit einer Überschreibung von Oscar Straus’ und Rideamus’ DIE LUSTIGEN NIBELUNGEN für … Trommelwirbel … Operette! Das Stück ist eine Karikatur des Wagnerschen Heldenepos und zieht dessen Personal genüsslich durch den Kakao: König Gunther hat Liebeskummer. Er will Königin Brünhilde zur Frau gewinnen, die allerdings jeden Bewerber totzuschlagen pflegt, der nicht im Zweikampf gegen sie besteht. Siegfried, Drachentöter-Star und Rheingold-Aktionär, soll Gunther mittels Tarnkappe im Brautkampf beistehen und durch die Vermählung mit Kriemhild auch gleich noch die ganze heruntergekommene Germanensippe in ein neues Zeitalter führen. Mit slapstickartiger Komik wird der Wagner-Mythos aufs Korn genommen und die Hierarchie der Figuren (und damit auch des altehrwürdigen Kanons) in Frage gestellt.

Mit einer neuen Textfassung dreht das Kollektiv das Rad noch etwas weiter und rückt die Handlung näher an die heutige Realität. Bei der Aufführung treten plötzlich Probleme auf: Der Chor erscheint nicht – muss das Publikum etwa einspringen? Die eigene Position und Zuschreibung als rebellische »Freie-Szene-Truppe« in den heiligen Hallen der historischen Wagner-Aufführungen wird immer mitgedacht. Und natürlich wird der Abend auch musikalisch einiges an neuen Hits bereithalten: Es ist der Wunsch von tutti d*amore, dass die Aufführung erlebt wird, nicht bloß still betrachtet. »Aber keine Sorge«, fügen sie noch an, »niemand wird vorgeführt, wir führen uns höchstens selbst vor.«

 

Olga Hohmann lebt in Berlin, schreibt Essays und Prosa. In der Tischlerei der Deutschen Oper Berlin war sie mit ihrer Performance »Der Schwanengesang, oder: Höhenangst« zu sehen im Rahmen von extended version: THE FLYING DUTCHMAN

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