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„Die Walküre“ – Die Handlung

Die Walküre
Erster Tag des Bühnenfestspiels für drei Tage und einen Vorabend von Richard Wagner
Musikalische Leitung: Donald Runnicles
Inszenierung: Stefan Herheim
Mit Brandon Jovanovich, Andrew Harris, John Lundgren, Lise Davidsen, Annika Schlicht, Nina Stemme u. a.
Premiere am 27. September 2020

Vorgeschichte
 

In mythischer Vorzeit ruht Erda in „wissendem Schlaf“; die Welt-Esche wächst und gedeiht, in ihrem Schatten entspringt die Quelle der Weisheit. Wotan, „ein kühner Gott“, will sich Macht erlangen. Er opfert ein Auge, trinkt von der Quelle, bricht einen Ast aus der Esche und formt ihn zum Speeresschaft, in den er Runen als Vertragszeichen schneidet: Wotan will nicht durch Gewalt-Willkür, sondern durch Gesetzes-Verträge herrschen. Doch die Quelle der Weisheit versiegt, die Welt-Esche verdorrt allmählich, die Gesetze und Verträge werden von Wotan, dem es nach Macht und Liebe verlangt, selbst gebrochen.

Der Nibelung Alberich hingegen hat der Liebe abgeschworen und konnte sich so aus dem Rheingold einen Ring schmieden, der die Herrschaft über die Welt ermöglicht. Wotan hat ihm diesen verfluchten Ring nun gestohlen, um damit den Riesen den Bau seiner Götterburg Walhall zu bezahlen. Er ist tief in seine eigene Schuldfessel verstrickt und sucht einen Ausweg.

Um mehr zu erfahren, zwingt Wotan Erda „mit Liebeszauber“ und erfährt von seinem bevorstehenden Ende durch Alberich. Erda gebiert ihm Brünnhilde und zusammen mit acht weiteren Walküren sammelt Brünnhilde im Kampf gefallene Helden ein, die Wotans Macht schützen sollen. Er fürchtet, dass Alberich den Ring zurückgewinnt, den derzeit Fafner in Gestalt eines Drachen ungenutzt besitzt. Wotan kann den Ring nicht selbst entwenden, da er damit nur weiter in seinen Gesetzesfrevel geriete. Es bedarf eines „Freien“, der gegen die göttliche Ordnung aufbegehrt, und so zeugt Wotan als Wälse mit einer Menschenfrau das Zwillingspaar Siegmund und Sieglinde. All seine Hoffnung in das Paar setzend verfügt er über beider Trennung, Leid und Not.

Siegmund findet die Mutter erschlagen, die Schwester verschleppt und verliert schließlich auch den Vater, mit dem er als Wolfspaar auf ständiger Flucht war. Sieglinde wurde Hundings Weib, „das ungefragt Schächer ihm schenkten zur Frau“. Auf ihrer gewaltsamen Hochzeit ist „ein Greis im grauen Gewand“ mit tiefhängendem Hut erschienen und hat ein Schwert „in der Esche Stamm“ gestoßen, das niemand wieder herauszuziehen vermochte.

 

1. Aufzug
 

Auf der Flucht erreicht Siegmund verwundet Hundings Haus und wird von Sieglinde liebevoll mit Trank und Trost umsorgt. Hunding kommt von der Jagd und spürt sofort eine Bindung zwischen den beiden. Siegmund gibt sich als Wölfing zu erkennen und erzählt seine unheilvolle Geschichte. Zuletzt hat er ein Mädchen vor Zwangsheirat retten wollen und deren Brüder im Kampf erschlagen. Dadurch erkennt Hunding, dass Siegmund der von seiner eigenen Sippe Gejagte ist. Bevor er sich mit seiner Frau für die Nacht zurückzieht, fordert Hunding den Waffenlosen zum Zweikampf am nächsten Morgen.

Siegmund hofft auf das Schwert, das sein Vater Wälse ihm einst in höchster Not verheißen hat. Heimlich kehrt Sieglinde zurück. Sie hat ihrem Gatten ein Schlafmittel verabreicht und erzählt Siegmund die Geschichte vom Schwert. „Im milden Lichte leuchtet der Lenz“ als Sieglinde ihren Zwilling erkennt, der das Schwert jetzt herausziehen kann und es „Nothung“ tauft. Zu allem entschlossen gibt sich Sieglinde dem geliebten Bruder hin; „so blühe denn, Wälsungen-Blut!“

 

2. Aufzug
 

Wotan hat als Wälse nicht nur Siegmund und Sieglinde, sondern als Gott mit Erda auch Brünnhilde gezeugt sowie acht weitere Walküren hervorgebracht, die gefallene Helden zum Schutze Walhalls sammeln. Er befiehlt Brünnhilde, „dem Wälsung kiese sie Sieg“ im bevorstehenden Kampf mit Hunding.

Wotans Gemahlin Fricka ist über den inzestuösen Ehebruch der Wälsungen-Geschwister empört und fordert Strafe für den Frevel gegen göttliche Ordnung. Zutiefst verletzt über Wotans Untreue entlarvt sie seinen Plan, Siegmund als vermeintlich „Freien“ für seine Zwecke einzusetzen. Da dieser in der Not „das zauberstark zuckende Schwert“ nur durch göttliches Zutun erlangen konnte, verlangt Fricka von Wotan, Siegmund im Kampf mit Hunding zu fällen und befiehlt ihm, Brünnhilde als Instrument gegen seinen Willen zu nutzen.

Vor Brünnhilde bedauert sich Wotan als „Unfreiester aller“ und erzählt ihr vom Ring des Nibelungen: „Der Fluch, den ich floh, nicht flieht er nun mich“. Scheinbar resigniert will er nur noch eines: „das Ende!“ und befiehlt Brünnhilde, für Hunding den Sieg zu erfechten.

Siegmund und Sieglinde sind auf der Flucht. Sie hält sich für „entehrt, geschändet… der Würde bar“ und versucht, dem geliebten Bruder zu entfliehen – nicht etwa wegen des Geschwisterinzests, sondern weil sie Hunding gehorcht hat, „der ohne Minne sie hielt“. Als sie ohnmächtig in tiefen Schlaf fällt, erscheint Brünnhilde Siegmund und verkündet ihm den Tod und die Aufnahme in Walhalls Wonnen. Da aber Sieglinde nicht mit in die Götterburg darf, verweigert Siegmund Gefolgschaft. In aufbäumender Wut will er sich und seine schwangere Zwillingsschwester trotz „des Pfandes willen, das wonnig“ sie von ihm empfangen hat, töten. Zutiefst erschüttert ob dieser Liebesbereitschaft „in Lust und Leid“ bis in den Tod verspricht Brünnhilde Siegmund und Sieglinde nun „Segen und Sieg“. Doch im Kampf von Siegmund und Hunding greift Wotan selbst ein, zerschlägt mit seinem Speer das Schwert und lässt Hunding den Wälsung fällen. Brünnhilde greift die Schwertstücke und macht sich mit Sieglinde auf die Flucht.

 

3. Aufzug
 

Die Walküren treffen sich jauchzend, um mit den eingesammelten, gefallenen Helden nach Walhall zu ziehen: „Hojotoho!“ Doch Brünnhilde kommt nicht mit einem Mann, sondern mit Sieglinde; beide werden von Wotan verfolgt. Erst als die lebensmüde Sieglinde erfährt, dass sie schwanger ist, hat sie die Kraft, ins Ungewisse zu ziehen; sie erhält von Brünnhilde nicht nur die Schwertstücke, sondern flüchtet voll Hoffnung in den Wald, wo Fafner den Ring hütet.

Brünnhilde stellt sich Wotans Strafe, die er zornig der Verbannten vor aller Augen und Ohren verkündet: Sie soll als menschliches Weib „in wehrlosen Schlaf“ geschlossen und vom herrischen Fremden geweckt werden, um zu „verblühn und verbleichen dem Mann“; zur leichten Beute werden, „aller Spottenden Ziel und Spiel“! Brünnhilde verteidigt sich, da sie den inneren Willen des allherrschenden Walvaters befolgt habe und nicht den des selbstentfremdeten Ehemanns Frickas. Sie war aus Liebe bereit, „Sieg oder Tod mit Siegmund zu teilen“ und appelliert in höchster Not an Wotans Willen, sie für seine Zwecke einzusetzen – damit wird sie seines „Herzens heiligster Stolz“. Überwältigt verabschiedet er sich, küsst die Gottheit von ihr und lässt ein Feuer um sie entbrennen, dessen lodernde Glut alle bis auf den furchtlos freiesten Helden abschreckt, der gerade auf der Flucht von Sieglinde geboren wird und von Brünnhilde selbst bereits den Namen erhalten hat: Siegfried.

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