Dr. Takt kennt die besonderen Partitur-Stellen und zeigt sie uns.

Dr. Takt über Benjamin Brittens „A Midsummer Night's Dream“, Akt I, ab Ziffer 5

Erleben Sie hier die 18. Folge unserer Videoreihe mit Dr. Takt

A Midsummer Night’s Dream
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A Midsummer Night’s Dream
Oper in drei Akten von Benjamin Britten
Musikalische Leitung: Markus Stenz
Inszeneirung: Ted Huffman
Mit James Hall, Jane Archibald, Jami Reid-Quarrell, Padraic Rowan, Davia Bouley / Annika Schlicht, Gideon Poppe, Dean Murphy, Karis Tucker, Alexandra Hutton, Patrick Guetti, Tyler Zimmerman, Andrew Dickinson, Jörg Schörner, Matthew Cossack u.v.a.m.
30. September, 2., 10., 15. Oktober 2021

Der Platz in der Jubilee Hall in Aldeburgh war begrenzt, der Ort also, an dem Benjamin Britten 1960 sein A MIDSUMMER NIGHT’S DREAM uraufführte. Folglich musste Britten sich auf eine kleine Orchesterbesetzung beschränken. Dieser äußere Umstand kam seiner Fähigkeit entgegen, mit reduzierten Mitteln die Poesie seiner Musik zu entwickeln, sich auf das absolut Wesentliche zu konzentrieren. Die Komplexität der scheinbar so kargen Partituren zeigt sich jedoch in Arien wie Oberons „Welcome wanderer!“. Britten baut das Stück auf dem Modell einer frühbarocken Arie in einem langsamen Grundtempo im 6/8-Takt auf, in das zwei Abschnitte im etwas fließenderen 3/4-Takt eingeschoben sind.

Keimzelle der Arie ist das ab Ziffer 51 von der Celesta gespielte Leitmotiv Oberons, das hier motivisch wie harmonisch Ausgangspunkt der Arie ist: Die ersten drei, jeweils zu Sekundpaaren zusammengeschobenen Töne der Figur sind Teil der Es-Dur-Tonleiter, die zweiten Teil der G-Dur-Tonleiter. Dieses „bitonale Pendeln“ projiziert Britten auf weitere Ebenen: In die Makrostruktur der Arie mit dem Wechsel der Grundtonarten zwischen 6/8- (Es-Dur) und 3/4-Teil (G-Dur) aber auch in die Singstimme, deren Töne mal der einen, mal der anderen Tonart entnommen sind. Manchmal überlagern sich aber auch die beiden Tonalitäten, etwa, wenn ihr Wechsel ab „... hateful, hateful fantasies ...“ zwischen Singstimme und Celesta nicht gleichzeitig erfolgt – oder wenn die ersten vier Töne der Celestafigur zu jenem Quint-Quart-Akkord geschichtet werden, der ab Ziffer 51 in den Streichern erklingt. Wobei sich jenseits tonaler Harmonik dieses „Pendeln“ auch als chromatischer Wechsel zwischen zwei im Halbtonabstand benachbarten Viertonclustern beschreiben lässt – in einer Passage, deren Dichte und Mehrdeutigkeit die Basis bildet für die Tiefe des scheinbar so leicht und einfach zum Ausdruck gebrachten.

Dr. Takts Notizen zu Brittens A Midsummer Night's Dream
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