1. Tischlereikonzert: Drahtseilakt

Komponieren im System zwischen Konformität und künstlerischer Freiheit

23
Montag
Oktober
20:00 - 22:00
€ 16,00 / ermäßigt 8,00*
Freie Platzwahl
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ca. 2 Stunden / Eine Pause

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Besetzung
23
Montag
Oktober
20:00 - 22:00
€ 16,00 / ermäßigt 8,00*
Freie Platzwahl
Besetzung
zum Inhalt

Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch [1906 – 1975]
Streichquartett Nr. 4 D-Dur, op. 83

Hanns Eisler [1898 – 1962]
Lieder für Bariton und Klavier
„Linker Marsch“ (1957)
„Freie Wirtschaft“ (1959)
„Sklave wer wird dich befreien“ (1935)
„Die Krücken“ (1958)
„Mutterns Hände“ (1929)
„Zeitungsausschnitte“: „Der Sinnbegriff“ – „Mutter und Vater“ (1927)
„Verfehlte Liebe“ (1953)
„Solidaritätslied“ (1929)

Witold Lutosławski [1913 – 1994]
„Bukoliki“ für Bratsche und Cello

Arvo Pärt [*1935]
„Spiegel im Spiegel“ für Fagott und Klavier

Sofia Asgatowna Gubaidulina [*1931]
„Lied ohne Worte“
Trio für 3 Trompeten

György Sándor Ligeti [1923 – 2006]
Sonate für Violoncello solo

Da die Künste seit jeher das systemsprengende Potenzial bergen, über die bestehenden Zustände hinaus zu denken, unterlagen sie stets den Eingriffen von Zensurbehörden. Eine solche Form der Kontrolle zieht sich in totalitären Gesellschaften auch durchs gesamte 20. Jahrhundert hindurch. Um sich innerhalb der oft engen Grenzen einen Raum für künstlerische Freiheit zu erkämpfen, fanden Komponist*innen unterschiedliche Mittel und Wege.

Dieses politische Spannungsfeld gestaltet sich besonders ambivalent im Falle von Dmitri Schostakowitsch, dessen Werke teils propagandistisch angeeignet und missbraucht wurden, während er selbst immer wieder die harte Hand des Sowjetregimes zu spüren bekam. Sein 4. Streichquartett, das den Ausgangspunkt des Konzerts bildet, entstand im Zuge von Erfahrungen eben jener politischen Repression. Auch der polnische Komponist Witold Lutosławski litt unter der Regentschaft Stalins – nach dessen Tod kam er mehr und mehr mit der Musikszene im Westen in Austausch, behielt jedoch seine Geburtsstadt Warschau als Lebensmittelpunkt. Anders als György Ligeti, der bereits 1956 aus Ungarn floh, und Arvo Pärt, der auf Druck der Sowjets 1980 Estland verlassen musste und erst seit 2008 wieder in seiner Heimat lebt. Dass die post-stalinistische Zensur weiterhin rigoros gegen Kunst einschritt zeigt sich auch an Sofia Gubaidulina, deren Werke noch in den 1970er Jahren verboten waren. Wenn es um politische Musik im 20. Jahrhundert geht, darf auch Hanns Eisler nicht fehlen, dessen 125. Geburtstag sich 2023 jährte. Als der Komponist, der am meisten Texte von Bertolt Brecht vertonte, schuf Eisler etliche ikonische Melodien der Arbeiterbewegung. Vor den Nazis geflohen und in den USA wegen seiner Nähe zur Kommunistischen Partei vor Gericht gestellt, ging Eisler schließlich in die DDR in der Hoffnung, bei der Entstehung eines neuen, freien und sozialistischen Deutschlands dabei zu sein.

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