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Die tausend Feuer der Freiheit

Das Zeitalter der Hexenverbrennung ist vorbei – doch überall werden Frauen noch immer unterdrückt, gequält, ermordet. Drei Regisseurinnen beleuchten moderne Befreiungskämpfe

Neue Szenen V: Scheiterhaufen
Musiktheater in drei Teilen von Sara Glojnarić, Sergey Kim und Lorenzo Troiani
Musikalische Leitung: Manuel Nawri
Inszenierung: Student*innen des Studiengangs Regie der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin
Uraufführungen am 6. November 2021

Andrea Tortosa Baquero © Marta Martínez
 
Die Regisseurin Andrea Tortosa Baquero inszeniert die Kammeroper HAUT von Lorenzo Troiani auf ein Libretto von Lea Mantel – die Geschichte einer Emanzipation
 

Eine Frau spürt etwas zwischen ihren Fingern, sie entdeckt kleine Häutchen, die vorher nicht da waren. Fasziniert, wie sich ihr Körper verändert, kommt sie ins Nachdenken. Wachsen ihr Schwimmhäute? Was bedeutet diese Verwandlung? Verwandelt sie sich auch seelisch? Wir begleiten diese Frau, beobachten ihre Wahrnehmung und erleben, wie die Menschen um sie herum sie als hässliche Figur sehen. Sogar ihr Mann sieht in ihr ein Monster. Doch wir zeigen keine Verrückte, keinen Freak: Wir zeigen, wie man zum Monster gemacht wird, durch Zuschreibungen, durch den männlichen Blick. Solche Prozesse der Entmenschlichung kennen wir aus der Hexenverfolgung. Eine Frau in der spanischen Inquisition als Hexe zu bezeichnen, war für sie ein Todesurteil. Auf Spanisch sagt man zu Frauen, die man ein bisschen verrückt findet, noch immer bruja, »Hexe«. Die fünf Figuren des Stücks stellen Anteile jeder Frau dar: Da ist das innere Kind, das sich nach Trost sehnt. Da ist der Mann, der symbolisiert, wie sich Frauen durch die Augen von Männern sehen. Ich kenne das selbst: Manchmal sehe ich mich durch die Augen meines Ex-Freunds, manchmal bewerte ich mich und mein Handeln durch den Filter meines Vaters. Unsere Hauptfigur lernt diese unterschiedlichen Facetten kennen und sie lernt, sie zu akzeptieren. Für mich ist dieser Prozess eine Verwandlung hin zur Selbstliebe, eine Suche nach Einheit. —

 

Ana Cuéllar Velasco © Rafel Crespí Bibiloni
 
Die Regisseurin Ana Cuéllar Velasco inszeniert UNSER VATER / VATER UNSER von Sergey Kim auf ein Libretto von Peter Neugschwentner – eine Rebellion gegen den Vater
 

Wir erleben zwei Töchter, deren Leben vom religiösen Vater mit strengen Regeln regiert wird. Die Mädchen versuchen aus dieser Vaterwelt auszubrechen, indem sie sich Dinge wünschen, die verboten sind, etwa Schmuck, Pornos, Netflix. Als sie entdecken, dass es auf Netflix keine Pornos gibt, bitten sie Satan, Vertreter der Gegenwelt, sie zu befreien. Im Prinzip geht es ihnen nur darum, etwas Verbotenes zu bekommen. Mit ihren grotesken Regelbrüchen suchen sie Wege aus der Unterdrückung, doch es funktioniert nicht – am Ende verlassen sie dieses System, um in eine neue Welt einzusteigen. Mich interessiert die Unangepasstheit dieser Frauen – ihr Mut, ihre Entschlossenheit, ihre sprengende Kraft. Sie stellen das System infrage, das macht sie gefährlich wie Hexen. Sie werfen Fragen auf: Wie erkennen wir Systeme überhaupt? Wie befreien wir uns aus Dogmen? Wie vermeiden wir Teufelskreise, also bereits zerschmetterte Systeme auf andere Weise zu wiederholen?

 

Nora Krahl © Martina Priessner
 
Die Cellistin, Komponistin und Regisseurin Nora Krahl inszeniert KEIN MYTHOS von Sara Glojnarić auf ein Libretto von Dorian Brunz – und erzählt damit die Liebesgeschichte zweier Frauen
 

Ich halte diesen Opernstoff für äußerst wichtig, da gleichgeschlechtliche Liebe unter Frauen im Musiktheater kaum stattfindet – so wie nicht heterosexuelle Frauen grundsätzlich in der Gesellschaft wenig sichtbar sind. In KEIN MYTHOS zeigen wir zwei Frauen, die Schicht für Schicht in die gemeinsame Vergangenheit eintauchen. Sie erinnern sich an ein Treffen in der Wartehalle eines Flughafens, bei dem sie sich gegenseitig bewusst ignorieren – und an ihre erste Begegnung, eine verbotene Sommerliebe 1987 in der DDR. Die eine war damals gerade erwachsen, die andere noch minderjährig. Die Frauen werden erwischt, die Volljährige auf Bewährung verurteilt. Die beiden trennen sich, doch der Konflikt hält an: Wie gehen sie mit den Blicken von außen um? Wie mit ihrem eigenen Verhältnis zu ihrer Homosexualität? Ihre Strategien sind sehr unterschiedlich, eine lebt zurückgezogen ins Private, die andere geht den extrovertierten Weg als queerfeministische Künstlerin. Diese Frauen sind weder der Liebe wegen aus der DDR geflohen, noch nehmen sie den großen mythischen Kampf dafür auf sich. Sie stehen mitten im Leben und wollen keine Heldinnen sein.

 

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