Dr. Takt kennt die besonderen Partitur-Stellen und zeigt sie uns.

Dr. Takt über Richard Wagners »Tannhäuser« / Zweiter Aufzug, 9. und 10. Takt nach Ziffer 43

Erleben Sie hier die 22. Folge unserer Videoreihe mit Dr. Takt

Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg
Romantische Oper in drei Aufzügen von Richard Wagner
Musikalische Leitung: Sir Donald Runnicles
Inszenierung: Kirsten Harms
Mit Tobias Kehrer, Peter Seiffert, Clemens Bieber, Joel Allison, Jörg Schörner, Tyler Zimmerman, Camilla Nylund, Valeriia Savinskaia
12., 20. Februar 2022

Nach Tannhäusers Bekenntnis, im Venusberg gewesen zu sein, machen ihm die anderen Sänger Vorwürfe. Wagner gestaltet dies mit wellenförmig an- und abschwellenden Melodiebögen, die im Wechsel von Chor und Solisten gesungen werden und im Orchester durch ein kompositorisches Mittel unterstützt werden, dass so eigentlich erst im späteren 20. Jahrhundert eingeführt wurde: Die Tonwiederholungen in den Stimmen der Bratschen und Celli werden sukzessiv beschleunigt und verlangsamt, Wagner notiert diese Bewegungen exakt aus. Er beginnt mit einer synkopierten Viertel-Achtel-Figur, beschleunigt diese schrittweise zu Vierundsechzigsteln und geht dann zum Ausgangspunkt zurück. Und zugleich gleitet er damit zwischen sich wiederholenden Einzeltönen und dem Klang eines ausgehaltenen Tremolos hin und her – und unterstützt die Bewegung der Tannhäuser bedrängenden Anklage. —

Dr. Takts Aufzeichnungen zu Tannhäuser
 

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09
DEZ

Adventskalender im Foyer: Das 9. Fensterchen

Heute im Foyer: „Jenseits der Schneekönigin“
mit Alexandra Ionis, Oliver Boyd und Henriette Zahn
17.00 Uhr / Rang-Foyer rechts
Dauer: ca. 25 Minuten / Eintritt frei


Seit ihrer Uraufführung 2019 begeistert DIE SCHNEEKÖNIGIN in der Tischlerei der Deutschen Oper Berlin nicht nur Kinder. Auch dieses Jahr stehen zahlreiche Vorstellungen auf dem Spielplan. Umso größer ist die Freude, dass sich Alexandra Ionis und Henriette Zahn aus dem Cast der SCHNEEKÖNIGIN zusammengetan haben, um ein Türchen des Adventskalenders zu gestalten. Gemeinsam mit Oliver Boyd, Bariton im Chor der Deutschen Oper Berlin, präsentieren sie ein buntes Programm. Neben Brahms, Schönberg und Kurt Weill erklingen als besonderes Highlight auch Lieder des Komponisten der SCHNEEKÖNIGIN, Samuel Penderbayne, und seines Lehrers Moritz Eggert.

Die Berlinerin Alexandra Ionis studierte u. a. am Conservatorio di musica Giuseppe Verdi in Mailand und an der Accademia Nazionale di Santa Cecilia in Rom. 2016 debütierte sie in Strauss‘ DIE ÄGYPTISCHE HELENA an der Deutschen Oper Berlin. Weitere Produktionen hier am Haus waren DEATH IN VENICE, IL VIAGGIO A REIMS und IL TROVATORE. An der Staatsoper Unter den Linden sang sie in Widmanns BABYLON, Reimanns GESPENSTERSONATE, der Uraufführung von Eötvös‘ SLEEPLESS, in DER ROSENKAVALIER und zuletzt in der Neuproduktion von DER RING DES NIBELUNGEN als Schwertleite / DIE WALKÜRE.

Henriette Zahn ist Pianistin mit Schwerpunkt Kammermusik und Liedgestaltung und studierte in München, Lübeck und zuletzt in der Liedklasse von Wolfram Rieger an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin. Sie spielte u. a. mit dem Philharmonischen Staatsorchester Hamburg, der Karajan-Akademie, dem Württembergischen Kammerorchester und dem Goldmund-Quartett. Aufführungen führten sie u. a. an die Deutsche Oper Berlin, ans Schauspielhaus Hamburg, Theater Bremen, zu den Salzburger Festspielen, in die Allerheiligen Hofkirche in München. Rege Zusammenarbeit verbindet sie mit dem Komponisten Samuel Penderbayne und der Pianistin Anna Buchberger.

Oliver Boyd studierte am Queensland Conservatorium bei Gesangstrainer Gregory Massingham und an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin bei Christine Schäfer. Im September 2018 sang Oliver Boyd die Hauptrolle des Reverend Calloway in Paul Deans Oper DRY RIVER RUN. 2017 debütierte er mit dem Queensland Symphony Orchestra in der Rolle des Dancairo / CARMEN konzertant. Als Solist trat er in Händels „Messias“ auf, in Mahlers „Lieder eines fahrenden Gesellen“, Haydns „Nelson“- und „Paukenmesse“, Mozarts „Requiem“, „Vesper“ und „Missa Brevis“ sowie in Schuberts Messe in G-Dur. Oliver Boyd gewann zahlreiche Preise, darunter den ersten Preis beim Royal Melbourne Philharmonic Aria-Wettbewerb und den Champion der Champions im Queensland Eisteddfod. Er wurde als einer der Nachwuchskünstler des Brisbane Lord Mayor ernannt. Seit der Spielzeit 2021/22 ist Oliver Boyd Mitglied der Stimmgruppe der 1. Bässe im Chor der Deutschen Oper Berlin.