Sieben Fragen an ... Karita Mattila - Deutsche Oper Berlin

Sieben Fragen an ... Karita Mattila

Die Figur der Klytämnestra aus ELEKTRA ist einer der seltenen weiblichen Bösewichte. Das macht sie für Sopranistin Karita Mattila so spannend

Frau Mattila, Sie haben die Klytämnestra an der Deutschen Oper Berlin zuletzt 2023 gesungen. 
Es war sogar mein Rollendebüt! Donald Runnicles hatte mich angerufen und gefragt, ob ich Zeit und Lust hätte, in Berlin die Klytämnestra zu singen. Ich hatte bereits einen Vertrag mit der Royal Opera in London für eine Neuproduktion von ELEKTRA, war also ohnehin dabei, die Rolle einzustudieren. An dem Abend in Berlin war Runnicles dann leider krank. Aber es war herrlich, denn ich hatte fast 30 Jahre darauf gewartet, diese Rolle endlich zu singen.  

Das müssen Sie bitte erklären.  
Meine erste Erfahrung mit ELEKTRA machte ich 1995, als ich Chrysothemis gesungen habe, Elektras Schwester, in einer wunderbaren Inszenierung in Salzburg. Claudio Abbado musste mich damals überreden. Ich war 34 Jahre alt, hatte vorher viel lyrische Oper gesungen, aber wenige dramatische Partien, hatte einen Riesenrespekt vor der Fülle und der Lautstärke einer Strauss-Oper und richtig Angst, dass das Orchester mich übertönen würde. Claudio beruhigte mich, versicherte, ich würde immer zu hören sein und so war es dann auch: Alle Linien der weiblichen Stimmen klangen wundervoll durch, es war fantastisch. Und als dann Marjana Lipovsek, meine erste Klytämnestra, mit dunkler Stimme neben mir anhob und »ich habe keine guten Nächte mehr« sang, da dachte ich: »Wow, das möchte ich eines Tages singen«. Zunächst habe ich dann aber die Chrysothemis gesungen, an der Met, in London, in aller Welt. Aber immer auf die Klytämnestra geschielt! 

Was macht die Klytämnestra so spannend? 
Ihre musikalische Tiefe, ihr Charakter. Sie ist kein Crowd-Pleaser, steckt voller Unruhe und mentalem Ungleichgewicht. Alle halten sie für eine Mörderin, dabei hat sie so viele Facetten. 

Sind Bösewichte die interessanteren Charaktere? 
Es geht um Vielschichtigkeit. Niemand ist nur gut oder nur böse. Man muss Klytämnestras Vorgeschichte kennen, um sie zu verstehen. Warum hat sie wohl Agamemnon ermordet? Ein schrecklicher Mann, erst opfert er seine Tochter, dann kehrt er aus dem Krieg zurück und hat eine Geliebte an seiner Seite. Aus der Perspektive der Klytämnestra stellt sich die Geschichte also völlig anders dar. Und diese Perspektive darf ich nun einnehmen. 

In ELEKTRA kämpft die Mutter gegen ihre Töchter. Ist es hilfreich, selbst Mutter zu sein? 
Ich habe keine Kinder, würde also sagen, nein. Man muss ja auch nicht Königin sein, um eine Königin zu spielen. Für die Klytämnestra brauchen Sie eine gewisse Reife, Lebenserfahrung, um die Verrücktheit der Figur zuzulassen. Und natürlich muss die Stimme mitspielen! 

ELEKTRA gilt als Schlagabtausch der Soprane. Wie fühlt sich das auf der Bühne an? 
Kraftvoll, verrückt, irre. Alles ist energetisch aufgeladen, ich liebe diese Oper.    

Wie fühlt sich die Bühne selbst an? Alle Figuren stecken ja fast knietief im Korkgranulat. 
Unbequem, anstrengend und unangenehm. Die Bühne passt perfekt zu der Situation, in der sich die Figuren befinden: Sie quälen sich durch den Schlamm der Familiengeschichte. Jede Bewegung ist eine Herausforderung. Alles, was wir auf der Bühne tun, müssen wir bewältigen. Das macht die Inszenierung für uns und für das Publikum so authentisch.  

 

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