Willkommen

Dies ist Ihr persönlicher Bereich des Projekts „Meine Oper“. Hier aktualisieren Sie Ihre persönlichen Daten, Ihre Profileinstellungen, Ihr Passwort und/oder melden Sie sich ab.

Ihre Anwendungen im Administrations-/Redaktionsbereich

Hinter der Bühne mit Christian Lindhorst

Christian Lindhorst leitet den Kinder- und Jugendchor der Deutschen Oper Berlin. Zweimal in der Woche probt er mit ihnen – aber auf der Bühne stehen sie dann ohne ihn

Jubiläumskonzert: 10 Jahre Kinderchor
Musikalische Leitung: Christian Lindhorst (Berlin), Wolfgang Götz (Kinderchöre Salzburg); Mit dem Kinder- und Jugendchor der Deutschen Oper Berlin, dem Salzburger Festspiele und Theater Kinderchor, mit Flurina Stucki und Bryan Murray
26. März 2019

Auch wenn die Kinder vielleicht das Gegenteil behaupten: Sie haben immer ein wenig Lampenfieber, wenn sie hinter der Bühne auf ihren Einsatz warten. Zu Recht: Es sieht nämlich einfacher aus als es ist, zu singen und dabei gleichzeitig szenisch zu spielen.

Der Kinder- und Jugendchor der Deutschen Oper hat 170 Mitglieder, von denen dreißig Kinder in CARMEN dabei sind. Wir haben fünf verschiedene Chorgruppen: Der so genannte „Kleine Chor“ ist unsere Nachwuchsgruppe, von denen steht noch keiner auf der Bühne, denn unter acht Jahren sind die Kinder für uns noch nicht „bühnenreif“. Wer im „Großen Chor“ singt, kann bei Aufführungen schon mitwirken, genauso wie die Mitglieder des Konzertchores, in dem Kinder singen, die bereits viel Bühnenerfahrung haben und stimmlich weit sind. Dann gibt es noch einen sogenannten „Voice-Changer“-Chor für Jungen im Stimmwechsel, in dem aber auch ein paar ausgewachsene Männerstimmen mitsingen. Und dann haben wir noch den Jugendchor, der gemischt ist und für junge Menschen ab 16 Jahren offen ist.

Ob jemand auf die Bühne darf, hängt von drei Dingen ab: Stimme, Spielvermögen und Reife. Wir proben zweimal in der Woche unser Programm und kurz vor einer Aufführung frischen wir das Opernrepertoire noch mal auf. Dann muss ich die Kinder auf die Bühne ziehen lassen. Ganz auf mich verzichten müssen sie aber auch nicht: Ich stehe immer an der Bühnenseite und „dirigiere“ mit einer rot abgedunkelten Taschenlampe. Das ist mein kleiner Trick: So sehen die Kinder die Einsätze und wissen, dass ich da bin.

Kinderchor-Sängerinnen in der Vorstellungspause auf der Probebühne © Max Zerrahn
 

Da CARMEN eine ausgesprochen lange Oper ist, müssen die Chorkinder immer ohne Schlussapplaus nach Hause. Die Oper geht bis 22:30 Uhr, die Kinder dürfen aber nur bis max. 22:30 Uhr singen, sonst überschreiten sie ihr gesetzlich vorgegebenes Stundenkontingent. Sie trappeln dann alle kurz vor Schluss nach oben zur Probebühne, ziehen ihre Kostüme aus und gehen nach Hause. Das finde ich manchmal schade für sie, aber mein Eindruck ist, den Kindern ist das gar nicht so wichtig. Wir haben ja noch so viele andere Projekte. Sie singen nicht nur in den Opern, sie geben auch eigene Chorkonzerte oder gehen auf Chorreisen. Zum zehnjährigen Jubiläum des Kinder- und Jugendchors stehen alle gemeinsam auf der Bühne. Und da geht bestimmt keiner vor dem Schlussapplaus.