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Im Gedenken an Graham Vick

(1953 – 2021)

Wenn es irgendetwas gab, worum sich Graham Vick im Laufe seiner langen, glücklichen Laufbahn als Opernregisseur nicht gekümmert hat, dann war es die Konvention: All die Erwartungen, wie Musiktheater auszusehen habe, spielten für seine Arbeit wohl auch deshalb nie eine Rolle, weil es Vick immer darum ging, die innersten Empfindungen der Figuren auf der Bühne freizulegen – gälte es, einen gemeinsamen Nenner der zahlreichen Produktionen zu finden, die er im Verlauf von mehr als vierzig Jahren erarbeitet hat, wäre es sicher diese unbedingte, schonungslose Konzentration auf das Menschliche.

Wie sehr Graham Vick seinen Scharfblick auf die Seelenzustände der großen Opernfiguren im Laufe seines Lebens verfeinert hatte, konnte das Berliner Opernpublikum 2011 erleben, als er mit seiner Inszenierung von TRISTAN UND ISOLDE an die Bismarckstraße zurückkehrte. Vorausgegangen war dem an der Bismarckstraße zwanzig Jahre zuvor eine Produktion von Verdis OTELLO, entstanden 1991, zu der Zeit, als der 1953 in der Nähe von Liverpool Geborene gerade einer der neuen Namen der internationalen Opernszene war. Seit 1984 fungierte er als Leiter der Scottish Opera und drei Jahre später, 1987, hatte er mit der Birmingham Opera Company eine unabhängige Truppe gegründet, die als Musiktheater-Labor weit über die Grenzen des Vereinigten Königreichs bekannt wurde.

Die psychologische Sogkraft von Vicks Sicht auf die großen Opernstoffe wurde den Berlinern freilich erst mit seinem TRISTAN wieder bewusst: Wagners Liebesdrama wurde da zum verzweifelten Versuch eines alternden Ehepaars, mit der eigenen Vergangenheit ins Reine zu kommen – ein Balanceakt zwischen hartem Realismus und verstörenden Traumbildern.

Eine Zusammenarbeit, die bald fortgesetzt wurde: In den vergangenen Jahren gehörte Vick zu den Regisseuren, die das Erscheinungsbild der Deutschen Oper prägen sollten: 2016 mit der Erstaufführung von Georg Friedrich Haas’ MORGEN UND ABEND, einer Geschichte über den einsamen Tod eines norwegischen Fischers, dann 2017 mit Brittens DEATH IN VENICE, wiederum einem Stoff, der sich für die Vick’sche Tiefenpsychologie als ideal erweisen sollte: Zu bewundern war da eine Meisterschaft, die sowohl den großen Rahmen surrealer Bilder lieferte, aber auch mit minimalistischer Präzision auf die Klanggesten der Musik einging – und dabei souverän auf jede bloße Illustration venezianischer Lagunenatmosphäre verzichtete.

 

Dieser gefeierten Aufführung sollte als nächstes eine für Mai 2020 geplanten Neuproduktion von Tschaikowskijs PIQUE DAME folgen, die jedoch Pandemie-bedingt verschoben werden musste.

Graham Vick wird die Proben nicht mehr leiten können: Am 17. Juli verstarb er im Alter von nur 67 Jahren an den Folgen einer Covid-19-Infektion. Die Deutsche Oper Berlin wird ihm ein ehrendes Angedenken bewahren.

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