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„La fiamma“ wirft drei Frauen in einen brutalen Konflikt voller Intrigen, Verrat und Denunziation - Deutsche Oper Berlin

„La fiamma“ wirft drei Frauen in einen brutalen Konflikt voller Intrigen, Verrat und Denunziation

Und das bedeutet: Drei große Sängerinnen liefern sich einen musikalischen Schlagabtausch. Doris Soffel, Aušrinė Stundytė und Martina Serafin erzählen, wie sie sich einer großen, quasi unbekannten Oper nähern und wie sie in ihre Rollen finden

Doris Soffel übernimmt die Partie der Agnese © Agentur
 

Frau Soffel, LA FIAMMA steht quasi nie auf den Spielplänen, egal, wohin man schaut. Was bedeutet das für Sie?

Ich kann endlich wieder italienische Oper singen, für mich als Wagner- und Strauss-Interpretin ist das allein schon etwas Besonderes. Aber vor allem werden wir alle uns gemeinsam ein Werk erschließen, fast wie bei einer Uraufführung. Und genau wie bei einer Uraufführung wird eine Art Pionierstimmung entstehen. So etwas ist immer ganz toll und schafft eine besonders kreative Atmosphäre!

Respighi gilt als führender Vertreter der italienischen Instrumentalmusik. Aber ist Ihre Partie, die der Agnese, überhaupt italienisches Fach?

In der Tat sind in dieser Musik so viele Strömungen enthalten, dass man sie kaum mehr typisch italienisch nennen kann: Puccini, Verismo, aber auch Wagner – und dann hat man am Schluss des ersten Aktes auf einmal das Gefühl, man wäre mitten in einer Passion. Überhaupt: Der erste Akt ist in seiner ganzen Dramatik einfach ein Knaller. Und die Gesangspartien sind Ausdruck von hysterischen Seelenzuständen bis hin zu klassisch italienischem Schönklang.

Agnese wird des Kindsmordes beschuldigt und als Hexe verurteilt. Alles passiert sehr schnell. Wie schaffen Sie es, sich in diese tragische Figur hineinzuversetzen?

Wir werden mitten in die Handlung hineingeworfen und erfahren wenig von der Vorgeschichte. Meine ersten Worte in dieser Oper sind verzweifelt geflüstert: »Silvana! Rette mich!« So spricht man jemanden an, der einem sehr vertraut ist. Die Mutter Silvanas, auch als Hexe verdächtigt, war meine Freundin und das erklärt, warum ich bei der Tochter Schutz suche. Dieses tragische und düstere Geheimnis verbindet Silvana und mich. So finde ich in die Rolle.

Hexenprozesse gehören glücklicherweise der Vergangenheit an. Was können wir heute noch von Hexen lernen?

Hexen waren Outsiderinnen. Ich denke, sie hatten es nicht mit der Religion und waren auch auf andere Weise unangepasst, ließen sich daher nicht einordnen in die Gesellschaft. Natürlich gibt es diese Figuren noch immer, man nennt sie nur anders. Wie eine Gesellschaft mit ihren »Außenseitern« umgeht, sagt viel über sie aus. Und die Phänomene der Massenhysterie, des Mobs und des öffentlichen Prangers sind nicht mit der Moderne verschwunden. Denken Sie nur an Social Media!

Worin besteht die größte Herausforderung der Rolle?

Die Partie ist unglaublich intensiv, jeder Ton hat Bedeutung, ich muss die ganze Zeit voll da sein. Sängerisch und darstellerisch. Aber die eigentliche Herausforderung der Rolle besteht in der Ohnmacht der Figur. Ich liefere mich auf der Bühne einem gewaltbereiten Mob aus, spiele eine gejagte alte Frau, die dem Tod in den Flammen ins Auge blickt. Das mag jetzt etwas persönlich sein, aber Sie können sich vorstellen, dass mir das sehr unter die Haut geht.

 

Aušrine Stundyte übernimmt die Partie der Silvana © Petra Baratova
 

Frau Stundytė, LA FIAMMA wird so selten gespielt, dass die Oper für alle Beteiligten ein Debüt sein wird. Wie erschließen Sie sich ein solches Werk?

Ich lerne über mein Gehör, durch knallharte Wiederholung. Ich bin, ehrlich gesagt, nicht besonders versiert darin, mir eine Partie durch reines Lesen vom Blatt anzueignen, ich brauche immer den Klang. Also sitze ich am Klavier, spiele die Melodien wieder und wieder mit der rechten Hand und hämmere sie mir so in mein Gehirn, um es mal salopp zu formulieren.

Wie klingt LA FIAMMA?

LA FIAMMA klingt erstmal wie eine italienische Oper. Doch wenn man sich dann die Melodieführung genauer anschaut, sieht es gar nicht mehr so traditionell italienisch aus, die Phrasen enden zum Beispiel ganz untypisch und unvorhersehbar. Zugleich ist die Tonalität viel weniger radikal gehalten als etwa bei Strawinskij oder Prokofjew und doch ist es eine ganz eigene Musiksprache. Faszinierend!

Ihre Figur Silvana wird bei lebendigem Leibe verbrannt, als Hexe. Warum eigentlich?

Ich finde, das bleibt etwas unklar, wie so manches in diesem Libretto. Klar, sie hat neben ihrem Mann einen Geliebten, aber es steht noch ein weiterer Vorwurf im Raum: Ihre Mutter soll bereits eine Hexe gewesen sein. Interessanter aber als die Figur der Hexe oder die Frage nach der Schuld ist für mich ohnehin die Massenpsychose, die der bloße Vorwurf auslöst. Das Volk fordert ihre Hinrichtung, nicht die Kirche.

Wie finden Sie in diese schwer zu durchschauende Rolle?

Gerade bei LA FIAMMA freue ich mich auf die Zusammenarbeit mit Regisseur Christof Loy und auf seine Lesart. Schließlich bietet die Oper großen Interpretationsspielraum. Aber ich pflege ein kleines Ritual vor jeder Aufführung: Um in die richtige Stimmung zu kommen, schaue ich einen Film, der zu der Oper passt, vor jeder ELEKTRA ist das zum Beispiel »Hannibal« von Ridley Scott. Mal sehen, was es bei LA FIAMMA sein wird.

 

Martina Serafin übernimmt die Partie der Eudossia © Agentur
 

Frau Serafin, was dachten Sie, als man Ihnen die Rolle der Eudossia angeboten hat?

Ich musste mir die Oper erst einmal im Internet anhören, aber nach einem Durchgang wusste ich: Die Rolle möchte ich unbedingt übernehmen! Musikalisch reizt mich, dass sie in einem Zwischenfach angesiedelt ist, etwas tiefer als ein Sopran, aber eben noch kein klassischer Mezzosopran. Eudossia singt viel in Mittellage und kann immer wieder auch mit wunderschöner Höhe glänzen – eine ganz eigene Mischung.

Inhaltlich glänzt Ihre Figur weniger, immerhin startet sie einen Hexenprozess gegen ihre eigene Schwiegertochter...

Das klingt vielleicht zynisch, aber sie hat ihre Gründe. Schließlich erwischt sie ihre Schwiegertochter in flagranti mit ihrem Enkel und kurze Zeit später muss sie mitansehen, wie ihr Sohn nach einem Streit mit seiner Frau tot zusammenbricht. Danach handelt Eudossia in erster Linie als Mutter, die den Tod ihres Sohnes aufklären und rächen möchte. Sie ist ein Kind ihrer Zeit und in der glaubte man an das Verbrechen der Hexerei, es gab offizielle Gerichtsverfahren mit Anhörungen und eigener Beweisführung.

Fällt es Ihnen leichter, wenn Sie in der bösen Schwiegermutter vor allem die liebende Mutter sehen?

Das ist meine erste, ganz private Lesart. Alles weitere möchte ich mir offenhalten für die Proben. Mit Regisseur Christof Loy habe ich im Dezember meine erste Ortrud im LOHENGRIN erarbeitet, nachdem ich 20 Jahre lang die Elsa gesungen hatte. Eine wunderbare Erfahrung, er hat mir sehr geholfen, in die Rolle hineinzuwachsen. Und so wird es auch mit Eudossia sein.

Was reizt uns heute noch so an der Figur der Hexe?

Sie ist ein Synonym für das Böse, das Verbotene, das Andersartige – und das übt seit jeher eine Faszination auf uns aus. Die Angst des Unerklärbaren, des Übernatürlichen und vielleicht auch die Vorstellung, wie es wäre, einmal selbst eine solche Macht auszuüben.

Interviews: Tilman Mühlenberg

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