Oper der Widersprüche

Wenn die Heldin Hosen trägt und das Happy End trügt. Regisseur David Hermann und Bühnenbildner Johannes Schütz über FIDELIO

David Hermann: In FIDELIO knallen die Widersprüche aufeinander: Privat gegen Staat, eine gegen alle, vermeintliche Freiheit gegen Gefangenschaft, Recht gegen Unrecht, all das im Brennglas eines Gefängnisses.

Johannes Schütz: Manchmal wird wirklich ein Lager auf die Bühne gestellt, aber das scheint mir ein wenig pervers. Ich glaube, man sollte keine Wachtürme und keine Elektrozäune nachbauen. Sondern einen anderen Weg finden, Repression zu zeigen.

Hermann: Willkürlich an einem unbekannten Ort gefangen zu sein, so wie Florestan, ist noch heute ein brennendes Thema, nur dass selten so eine starke Frau wie Leonore eingreift.

Schütz: Florestans Frau Leonore verschafft sich verkleidet Zutritt zum Gefängnis und sucht ihren Mann. Die Hosenrolle ist allerdings älter als die Genderdebatte. Bei Ludwig van Beethoven fängt es an wie Volkstheater, wird immer schwerer und düsterer. In dieser Oper steckt sehr viel Kraft.

Hermann: Und am Ende entlädt sich die in einer Art Befreiung. Die Frau wird zur Heldin stilisiert, aber ist das ein Happy End? Wird das Paar nicht vielmehr überrollt von der Überhöhung und diesem Jubel?

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