Negar

Marie-Ève Signeyrole und Keyvan Chemirani

Informationen zum Werk

Musiktheater von Marie-Ève Signeyrole und Keyvan Chemirani [*1968];
Text von Marie-Ève Signeyrole und Sonia Hossein-Pour
Uraufführung am 29. Oktober 2022

empfohlen ab 15 Jahren

ca. 2 Stunden 10 Minuten / Keine Pause

In französischer und persischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

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Besetzung
Unterstützt von

Eine Koproduktion mit Opéra Orchestre National de Montpellier Occitaine. Mit Unterstützung des Förderkreises der Deutschen Oper Berlin e. V. Präsentiert von Siegessäule und taz

Besetzung
Zum Inhalt

Teheran 2013: Das gesellschaftliche Leben ist geprägt von Widersprüchen. Trotz strenger Verbote hat sich in der iranischen Hauptstadt ein reges Nachtleben etabliert. Eine junge Generation schafft sich im Untergrund Freiräume in einer Lebensrealität, in der jede noch so kleine Grenzüberschreitung zum brutalen Einschreiten der Behörden führen kann. Diese Welt betritt Shirin, als sie nach Jahrzehnten in den Iran zurückkehrt und ihre Kindheitsfreunde Negar und Aziz wiedertrifft. Das Wiedersehen ruft alte Erinnerungen wach und konfrontiert die drei mit der Frage nach der eigenen Identität. Es entspinnt sich eine Suche nach dem Vertrauten im Fremden, nach dem eigenen Selbst, wie es sich im Anderen spiegelt. Als sich im Laufe dieser Annäherung schließlich eine leidenschaftliche Liebesbeziehung zwischen den Dreien entwickelt, wird ihre Begegnung auch zu einem Akt des Widerstands und der Selbstbehauptung in einem System der Unterdrückung und Überwachung.

„Ich wollte nicht über mich schreiben, sondern über ein Gefühl, das alle teilen, die zwischen den Kulturen zerrissen sind. Die Gefühle, die mit dieser Entwurzelung und der Rückkehr verbunden sind, sind universell, sie hängen nicht an einem Ort.“ – Regisseurin Marie-Ève Signeyrole

NEGAR erzählt von Sehnsüchten und Projektionen, die durch das Aufeinanderprallen unterschiedlicher Welten zum Vorschein kommen. Marie-Ève Signeyrole hat für dieses Auftragswerk der Deutschen Oper Berlin gemeinsam mit der französisch-iranischen Dramaturgin Sonia Hossein-Pour vor zwei Jahren eine journalistische Recherche begonnen und junge Leute aus Teheran interviewt. Wie auch in anderen Produktionen entwickelte Signeyrole aus diesem dokumentarischen Material eine musiktheatrale Fiktion.

Für die Komposition zu NEGAR verschmilzt Keyvan Chemirani verschiedene Musikrichtungen und Stile. In einer Begegnung von improvisierter und notierter Musik spielen Künstler*innen mit traditionellen persischen Instrumenten gemeinsam mit Orchestermitgliedern der Deutschen Oper Berlin. Sänger*innen des Opernensembles treffen auf Gäste wie die in Teheran aufgewachsene Künstlerin Golnar Shahyar, die iranische Musik mit Jazz und improvisiertem Gesang kombiniert.

Keyvan Chemirani tritt international als Zarbspieler auf, vor allem mit seinem Trio Chemirani, aber auch mit Größen des Jazz wie Sylvain Luc, Didier Lockwood und Louis Sclavis, Vertretern der Weltmusik oder mit Ensembles der Alten Musik. Von Chemirani liegen zahlreiche Aufnahmen vor, u. a. die Alben „Le Rythme de la Parole“ (2004), „Battements au Coeur de ’Orient“ gemeinsam mit Pandit Anindo Chatterjee (2007) und „Avaz“ (2014).

Die Filmemacherin Marie-Ève Signeyrole ist eine der erfolgreichsten internationalen Opernregisseurinnen der jüngeren Generation. Sie inszenierte u.a. an der Oper Montpellier, der Pariser Philharmonie, der Bayerischen Staatsoper München und der Staatsoper Hannover. An der Deutschen Oper Berlin wurde 2020 ihre Produktion BABY DOLL gezeigt.

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09
DEZ

Adventskalender im Foyer: Das 9. Fensterchen

Heute im Foyer: „Jenseits der Schneekönigin“
mit Alexandra Ionis, Oliver Boyd und Henriette Zahn
17.00 Uhr / Rang-Foyer rechts
Dauer: ca. 25 Minuten / Eintritt frei


Seit ihrer Uraufführung 2019 begeistert DIE SCHNEEKÖNIGIN in der Tischlerei der Deutschen Oper Berlin nicht nur Kinder. Auch dieses Jahr stehen zahlreiche Vorstellungen auf dem Spielplan. Umso größer ist die Freude, dass sich Alexandra Ionis und Henriette Zahn aus dem Cast der SCHNEEKÖNIGIN zusammengetan haben, um ein Türchen des Adventskalenders zu gestalten. Gemeinsam mit Oliver Boyd, Bariton im Chor der Deutschen Oper Berlin, präsentieren sie ein buntes Programm. Neben Brahms, Schönberg und Kurt Weill erklingen als besonderes Highlight auch Lieder des Komponisten der SCHNEEKÖNIGIN, Samuel Penderbayne, und seines Lehrers Moritz Eggert.

Die Berlinerin Alexandra Ionis studierte u. a. am Conservatorio di musica Giuseppe Verdi in Mailand und an der Accademia Nazionale di Santa Cecilia in Rom. 2016 debütierte sie in Strauss‘ DIE ÄGYPTISCHE HELENA an der Deutschen Oper Berlin. Weitere Produktionen hier am Haus waren DEATH IN VENICE, IL VIAGGIO A REIMS und IL TROVATORE. An der Staatsoper Unter den Linden sang sie in Widmanns BABYLON, Reimanns GESPENSTERSONATE, der Uraufführung von Eötvös‘ SLEEPLESS, in DER ROSENKAVALIER und zuletzt in der Neuproduktion von DER RING DES NIBELUNGEN als Schwertleite / DIE WALKÜRE.

Henriette Zahn ist Pianistin mit Schwerpunkt Kammermusik und Liedgestaltung und studierte in München, Lübeck und zuletzt in der Liedklasse von Wolfram Rieger an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin. Sie spielte u. a. mit dem Philharmonischen Staatsorchester Hamburg, der Karajan-Akademie, dem Württembergischen Kammerorchester und dem Goldmund-Quartett. Aufführungen führten sie u. a. an die Deutsche Oper Berlin, ans Schauspielhaus Hamburg, Theater Bremen, zu den Salzburger Festspielen, in die Allerheiligen Hofkirche in München. Rege Zusammenarbeit verbindet sie mit dem Komponisten Samuel Penderbayne und der Pianistin Anna Buchberger.

Oliver Boyd studierte am Queensland Conservatorium bei Gesangstrainer Gregory Massingham und an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin bei Christine Schäfer. Im September 2018 sang Oliver Boyd die Hauptrolle des Reverend Calloway in Paul Deans Oper DRY RIVER RUN. 2017 debütierte er mit dem Queensland Symphony Orchestra in der Rolle des Dancairo / CARMEN konzertant. Als Solist trat er in Händels „Messias“ auf, in Mahlers „Lieder eines fahrenden Gesellen“, Haydns „Nelson“- und „Paukenmesse“, Mozarts „Requiem“, „Vesper“ und „Missa Brevis“ sowie in Schuberts Messe in G-Dur. Oliver Boyd gewann zahlreiche Preise, darunter den ersten Preis beim Royal Melbourne Philharmonic Aria-Wettbewerb und den Champion der Champions im Queensland Eisteddfod. Er wurde als einer der Nachwuchskünstler des Brisbane Lord Mayor ernannt. Seit der Spielzeit 2021/22 ist Oliver Boyd Mitglied der Stimmgruppe der 1. Bässe im Chor der Deutschen Oper Berlin.