Das Orchester von morgen - Deutsche Oper Berlin

Das Orchester von morgen

Die Orchesterakademie bietet Nachwuchstalenten die Möglichkeit, ein außergewöhnlich großes Repertoire in der Praxis des Opernalltags kennenzulernen. Nun feiert das Nachwuchsprogramm 40. Geburtstag

Was haben die 19 Musiker*innen auf dem Foto gemeinsam? Sie alle sind nicht nur Mitglieder des Orchesters der Deutschen Oper Berlin, sondern haben zuvor die hauseigene Orchesterakademie absolviert. Damit stehen sie für eine Initiative, die zu ihrer Zeit einen neuen Schritt in der Ausbildung von Spitzenmusiker*innen bedeutete. Denn während große Konzertorchester wie die Berliner Philharmoniker schon früher damit begonnen hatten, Nachwuchstalenten durch eine Kombination von Praxis und Mentoring an den Berufsalltag heranzuführen, war die Deutsche Oper Berlin 1983 das erste Opernhaus, das ein solches Angebot im Bereich Musiktheater schuf. Dabei sei das heute, nach 40 Jahren, noch immer so notwendig wie damals, erklärt Geigerin Kaja Beringer, die die Akademie seit 2012 leitet: »An den Musikhochschulen findet kaum eine Vorbereitung auf die Besonderheiten des Musiktheaters statt – die Absolvent*innen haben deshalb oft nur eine vage Vorstellung davon, was das Musizieren im Orchestergraben bedeutet.« Das ist schon deshalb fragwürdig, weil es in Deutschland mehr Opern- als Konzertorchester gibt und der Alltag der meisten Musiker*innen später eher von Wagner und Verdi als von Brahms und Mahler geprägt sein wird.

Tatsächlich ist das Musizieren im Opernorchester schon deshalb etwas Besonderes, weil die Werke nicht nur für ein Konzert kurz einstudiert und dann wieder für Jahre beiseitegelegt werden. Die großen Opern von ZAUBERFLÖTE über TOSCA bis PARSIFAL werden in regelmäßigen Abständen immer wieder gespielt und sind damit so vertraut, dass sie in Fleisch und Blut übergehen. Nur so lässt sich die Selbstverständlichkeit erreichen, die das spontane Reagieren von hundert Musiker*innen auf den Atem eines Sängers überhaupt erst ermöglicht. Beringer schwärmt von diesem gemeinsamen Musizieren, weiß aber auch, dass die Hochschulabsolvent*innen behutsam an diese Erfahrungen herangeführt werden müssen. Wichtig, sagt sie, sei neben der intensiven Betreuung durch Mentoren aus den Reihen des Orchesters vor allem die Vorbereitungszeit. Die Akademist*innen spielen viel weniger Abende als reguläre Orchestermitglieder und werden dadurch langsam an das Repertoire herangeführt.

In 40 Jahren ist die Orchesterakademie zum Erfolgsmodell geworden: Inzwischen gibt es – auch dank der finanziellen Unterstützung des Förderkreises der Deutschen Oper Berlin – sechzehn Stellen statt der anfänglichen sechs, und für jede der auf zwei Jahre befristeten Positionen gibt es im Schnitt 100 Bewerbungen. Das liegt auch daran, dass das ursprüngliche Angebot der Akademie auf Initiative von Kaja Beringer erweitert wurde und mittlerweile nicht nur die Heranführung an den Opernalltag, sondern auch die mentale Vorbereitung auf Probespiele für Festanstellungen auf dem Plan stehen. Absolvent*innen der Akademie spielen heute nicht nur im Orchester der Deutschen Oper Berlin, sondern auch in anderen Spitzenorchestern von Zürich bis Hamburg. Für das große Jubiläumskonzert am 18. März sollen möglichst viele wieder auf dem Podium zusammenkommen. Und das wäre eigentlich ein perfekter Anlass, erneut ein Gruppenfoto aufzunehmen.

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