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Neu hier? – Ein Kurzporträt über die Regisseurin Theresa von Halle

Eine dunkle Straße, zwei Menschen rennen. Ist das ein Spiel? Eine Flucht? Droht Gefahr? Die Regisseurin Theresa von Halle inszeniert ihre erste Arbeit an der Deutschen Oper Berlin über Haltungen, an denen Zivilcourage gelingt – oder scheitert

Die Vorüberlaufenden
Musiktheater von Andrej Koroliov auf einen Text von Gerhild Steinbuch nach einer Idee von Theresa von Halle basierend auf Franz Kafkas gleichnamigem Werk
Uraufführung am 24. September 2021

Meine Inszenierung umkreist einen einzigen Moment. Den Moment des Zögerns, wenn man etwas Irritierendes sieht und sich fragt, ob man eingreifen muss. Unsere Geschichte basiert auf einem kleinen Text von Franz Kafka, da laufen zwei Männer vorüber und der Erzähler überlegt, ob sich etwa ein Verbrechen anbahnt, er tut aber nichts, sondern sucht Ausreden. »Dürfen wir nicht müde sein, haben wir nicht Wein getrunken«, heißt es in Kafkas Text. Unser Libretto von Gerhild Steinbuch baut auf der Idee auf und arbeitet mit ihr, sie schreibt etwa, »Die Müdigkeit ist ein warmer weicher Mantel, darin lauf ich rum«.

Aber Trägheit ist gefährlich. Denn die kleinen Dinge haben mit den großen zu tun. So wie man an der Straßenecke nicht eingreift, so scheitert Europa an der Verantwortung, am Mittelmeer den Menschen in Not zu helfen. Auch diesen Bezug stellen wir her.

Wir werden den Moment, in dem man sich entscheidet zwischen Helfen und Wegschauen, immer wieder zeigen, aus stets neuen Perspektiven. Das macht unsere Bühne möglich. Sie ist ein drei Meter hoher Steg, mit einer Treppe auf der einen Seite und einer Schräge an der anderen. Die Zuschauer sitzen am Rand des Saals und jeder sieht etwas Anderes. Man kann eine Brücke in diesem Steg sehen oder eine Mauer. Und wenn jemand die Schräge hochkraxelt, sehen die einen ihn fliehen, die anderen sehen einen Kopf erscheinen und jemanden kommen. Jeder verpasst immer etwas, weil es auf der anderen Seite geschieht. Jeder bleibt stets ein wenig unsicher, wie die Wahrheit ist.

Raum und Musik funktionieren grundsätzlich ähnlich. Damit arbeite ich gern. Wenn zwei Töne ganz nah beieinanderliegen, wie zwei nebeneinanderliegende Tasten auf dem Klavier, dann reiben sie sich. Wenn zwei Menschen einander zu nahe kommen, passiert das gleiche. Und großer Abstand bewirkt emotional auch viel. Etwa in der Musik, wenn Noten in großen Intervallen zueinander stehen. Oder auf unserem Steg, wenn zwei Personen weit auseinander stehen. Der Abend wird ein Spiel mit Nähe und Distanz. Das hat ja alle Menschen jetzt lange sehr bewegt.

Die Inszenierung entsteht letztlich in nur wenigen Wochen, im ständigen Zusammenspiel von Bühnenbild, dem Komponisten Andrej Koroliov, dem Ensemble und den Sängerinnen und Darstellern. Ich bin zum ersten Mal an der Deutschen Oper Berlin, mir fällt die Stimmung hier als besonders kooperativ auf, das ist nicht selbstverständlich für ein so großes Haus. Wir haben zusammen ein Konzept erfunden, das eher eine Installation als eine Oper ist. Bewegung, Bild und Klang sollen zusammen etwas ergeben, das die Zuschauenden ins Herz trifft: Wir alle tragen diese Sehnsucht in uns, ein Held zu sein. —

Theresa von Halle studierte zunächst Oboe, nach dem Studium assistierte sie Christoph Marthaler. Für ihre Musiktheater-Inszenierungen wurde sie mehrfach ausgezeichnet 

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