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Jeffrey Tate (1943 - 2017)

About

Im Gedenken an Jeffrey Tate (gestorben am 2. Juni 2017)

Wenige Wochen nach seinem 74. Geburtstag, den er mit der Bekanntgabe des neuen Spielplans „seiner“ Hamburger Symphoniker feierte, starb Jeffrey Tate unerwartet in Italien. Sein letztes Dirigat galt Mahlers 9. Sinfonie, die er mit dem Haydn-Orchester Bozen-Trient und jungen Musikern der Konservatorien von Bozen, Trient und Innsbruck einstudierte. Seine Dirigierkarriere hatte er als Assistent von Herbert von Karajan, James Levine und Pierre Boulez begonnen. Von allen dreien hat er entscheidende Impulse empfangen, die er kontinuierlich als Orchester-Erzieher weitergab: Das Brennen für die Musik (Karajan), die rauschhafte Opulenz des Klangs (Levine) und die akribische Umsetzung des Notentexts (Boulez) verbanden sich in seinem Musizieren zu überwältigenden Interpretationen der großen Werke der Konzert- und Opernliteratur. Er dirigierte nach seinem Debüt in Göteborg mit CARMEN an allen großen Opernhäusern der Welt – London, Paris, New York, Mailand. Spät kam auch Berlin dazu, noch später Wien. Vor allem das deutsche Repertoire schien ihm zu liegen. Im November und Dezember des vergangenen Jahres leitete er an der Deutschen Oper Berlin drei Mal SALOME. Niemand hätte gedacht, dass es seine letzten hiesigen Dirigate sein sollten, wir hatten auf eine kontinuierliche Zusammenarbeit gehofft. Bei einem Museumsbesuch in Bergamo erlitt er am Freitag einen Herzinfarkt mit tödlichem Ausgang. Die Welt verliert viel zu früh einen außergewöhnlich charismatischen Dirigenten. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Die Biografie
Jeffrey Tate zählt heute zu den renommiertesten und vielseitigsten britischen Dirigenten seiner Generation. Bevor er sich für die Musik entschied, absolvierte er in Cambridge ein Medizinstudium, das er mit dem Doktorat abschloss. Seine künstlerische Laufbahn begann er im Stab des Royal Opera House Covent Garden in London. Zu einer prägenden Erfahrung wurde für ihn der „Jahrhundert-RING“ bei den Bayreuther Festspielen, bei dem er als Assistent von Pierre Boulez mitwirkte. Auf dieser Basis entwickelten sich später Tates viel beachtete eigene Einstudierungen der RING-Tetralogie in Köln und Paris (mit dem Orchestre National de France). Die Pariser Produktion wurde anschließend von der Australian Opera in Adelaide übernommen und machte als erste komplette RING-Aufführung in Australien Geschichte. Neben den Musikdramen Wagners bilden heute die Werke Mozarts einen Schwerpunkt in seinem vielfältigen Repertoire. Jeffrey Tates erste eigene Einstudierung war CARMEN in Göteborg. Nach diesem erfolgreichen Début machte er rasch international Karriere als Opern- wie als Konzertdirigent. In Paris wurde er am Théâtre du Châtelet für LULU und PETER GRIMES verpflichtet, an der Opéra Bastille dirigierte er AUFSTIEG UND FALL DER STADT MAHAGONNY, WOZZECK und BILLY BUDD, im Palais Garnier anlässlich der Wiedereröffnung des renovierten Hauses COSÌ FAN TUTTE. Die Covent Garden Opera übertrug ihm Neuproduktionen von IDOMENEO, MANON, COSÌ FAN TUTTE und CAPRICCIO sowie Wiederaufnahmen von FIDELIO, CARMEN, LOHENGRIN, LES CONTES D’HOFFMANN und FLIEGENDER HOLLÄNDER. Auch an der New Yorker Metropolitan Opera betreute Jeffrey Tate ein breites Repertoire von DON GIOVANNI über LULU bis MAHAGONNY. Eine enge Verbindung ist er außerdem mit dem Genfer Grand Théâtre eingegangen, wo er ORPHEUS, LULU, LE NOZZE DI FIGARO, THE TURN OF THE SCREW und ARIADNE AUF NAXOS dirigierte. Kürzlich dirigierte er ROSENKAVALIER an der Wiener Staatsoper.

Ein oft und gern gesehener Gast ist Jeffrey Tate in Italien. Auf sein gefeiertes Scala-Début mit PETER GRIMES folgten in Mailand DER ROSENKAVALIER, TANNHÄUSER und ARIADNE AUF NAXOS. Im Teatro La Fenice in Venedig dirigierte er WALKÜRE und SIEGFRIED. Das Teatro San Carlo in Neapel berief ihn nach der mit dem italienischen Musikkritikerpreis Franco Abbiati 2002 ausgezeichneten Einstudierung von Humperdincks KÖNIGSKINDERN im Jahr zum Musikdirektor, ein Amt, das er bis 2010 ausübte. Neben LE NOZZE DI FIGARO, DIE WALKÜRE, FALSTAFF, CANDIDE, L’ENFANT ET LES SORTILÈGES, PETER GRIMES und ENTFÜHRUNG AUS DEM SERAIL leitete er in Neapel auch zahlreiche Konzerte.

Im Konzertbereich hat Jeffrey Tate mit praktisch allen großen Orchestern zusammengearbeitet, darunter die Orchestra Sinfonica Nazionale della RAI in Turin, der er als Direttore onorario verbunden ist, das London Symphony, die Berliner Philharmoniker, das Mozarteum-Orchester Salzburg, das Niederösterreichische Tonkünstlerorchester, die Dresdner Philharmoniker, das Orchester des Maggio Musicale Fiorentino, die Accademia Nazionale di Santa Cecilia Rom, das Dänische Radio-Orchester, das Orchestre de Paris, die Yomiuri Nippon Symphony, das Boston Symphony Orchestra, das Cleveland Orchestra sowie die Sinfonieorchester von Toronto, Montreal, Melbourne und Sydney.

Jeffrey Tates umfangreiche Diskographie umfasst u. a. ARABELLA, HÄNSEL UND GRETEL, LES CONTES D’HOFFMANN und LULU, Mozarts Klavierkonzerte mit Mitsuko Uchida, sämtliche Mozart-Sinfonien mit dem English Chamber Orchestra, die wichtigsten Orchesterwerke Elgars mit dem London Symphony Orchestra sowie die Gesamtaufnahme von Mendelssohns „Sommernachtstraum“ mit den Rotterdamer Philharmonikern. Für seine künstlerischen Verdienste ist Tate in Frankreich mit dem Titeln eines Chevalier de la Légion d’Honneur und eines Chevalier des Arts et des Lettres ausgezeichnet worden, in Großbritannien mit dem CBE (Commander of the British Empire).

Seit Beginn der Saison 2009/10 widmet sich Jeffrey Tate vorrangig seinem neuen Amt als Chefdirigent der Hamburger Symphoniker. Daneben stehen in seinem Terminkalender weiterhin Gastverpflichtungen in Oper und Konzert, darunter an der Wiener Staatsoper sowie Konzerte mit der Orchestra della RAI Turin und dem Orchestra del Teatro di San Carlo Napoli.

 

Jeffrey Tate (1943 - 2017)

zur Person
Im Gedenken an Jeffrey Tate (gestorben am 2. Juni 2017)

Wenige Wochen nach seinem 74. Geburtstag, den er mit der Bekanntgabe des neuen Spielplans „seiner“ Hamburger Symphoniker feierte, starb Jeffrey Tate unerwartet in Italien. Sein letztes Dirigat galt Mahlers 9. Sinfonie, die er mit dem Haydn-Orchester Bozen-Trient und jungen Musikern der Konservatorien von Bozen, Trient und Innsbruck einstudierte. Seine Dirigierkarriere hatte er als Assistent von Herbert von Karajan, James Levine und Pierre Boulez begonnen. Von allen dreien hat er entscheidende Impulse empfangen, die er kontinuierlich als Orchester-Erzieher weitergab: Das Brennen für die Musik (Karajan), die rauschhafte Opulenz des Klangs (Levine) und die akribische Umsetzung des Notentexts (Boulez) verbanden sich in seinem Musizieren zu überwältigenden Interpretationen der großen Werke der Konzert- und Opernliteratur. Er dirigierte nach seinem Debüt in Göteborg mit CARMEN an allen großen Opernhäusern der Welt – London, Paris, New York, Mailand. Spät kam auch Berlin dazu, noch später Wien. Vor allem das deutsche Repertoire schien ihm zu liegen. Im November und Dezember des vergangenen Jahres leitete er an der Deutschen Oper Berlin drei Mal SALOME. Niemand hätte gedacht, dass es seine letzten hiesigen Dirigate sein sollten, wir hatten auf eine kontinuierliche Zusammenarbeit gehofft. Bei einem Museumsbesuch in Bergamo erlitt er am Freitag einen Herzinfarkt mit tödlichem Ausgang. Die Welt verliert viel zu früh einen außergewöhnlich charismatischen Dirigenten. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Die Biografie
Jeffrey Tate zählt heute zu den renommiertesten und vielseitigsten britischen Dirigenten seiner Generation. Bevor er sich für die Musik entschied, absolvierte er in Cambridge ein Medizinstudium, das er mit dem Doktorat abschloss. Seine künstlerische Laufbahn begann er im Stab des Royal Opera House Covent Garden in London. Zu einer prägenden Erfahrung wurde für ihn der „Jahrhundert-RING“ bei den Bayreuther Festspielen, bei dem er als Assistent von Pierre Boulez mitwirkte. Auf dieser Basis entwickelten sich später Tates viel beachtete eigene Einstudierungen der RING-Tetralogie in Köln und Paris (mit dem Orchestre National de France). Die Pariser Produktion wurde anschließend von der Australian Opera in Adelaide übernommen und machte als erste komplette RING-Aufführung in Australien Geschichte. Neben den Musikdramen Wagners bilden heute die Werke Mozarts einen Schwerpunkt in seinem vielfältigen Repertoire. Jeffrey Tates erste eigene Einstudierung war CARMEN in Göteborg. Nach diesem erfolgreichen Début machte er rasch international Karriere als Opern- wie als Konzertdirigent. In Paris wurde er am Théâtre du Châtelet für LULU und PETER GRIMES verpflichtet, an der Opéra Bastille dirigierte er AUFSTIEG UND FALL DER STADT MAHAGONNY, WOZZECK und BILLY BUDD, im Palais Garnier anlässlich der Wiedereröffnung des renovierten Hauses COSÌ FAN TUTTE. Die Covent Garden Opera übertrug ihm Neuproduktionen von IDOMENEO, MANON, COSÌ FAN TUTTE und CAPRICCIO sowie Wiederaufnahmen von FIDELIO, CARMEN, LOHENGRIN, LES CONTES D’HOFFMANN und FLIEGENDER HOLLÄNDER. Auch an der New Yorker Metropolitan Opera betreute Jeffrey Tate ein breites Repertoire von DON GIOVANNI über LULU bis MAHAGONNY. Eine enge Verbindung ist er außerdem mit dem Genfer Grand Théâtre eingegangen, wo er ORPHEUS, LULU, LE NOZZE DI FIGARO, THE TURN OF THE SCREW und ARIADNE AUF NAXOS dirigierte. Kürzlich dirigierte er ROSENKAVALIER an der Wiener Staatsoper.

Ein oft und gern gesehener Gast ist Jeffrey Tate in Italien. Auf sein gefeiertes Scala-Début mit PETER GRIMES folgten in Mailand DER ROSENKAVALIER, TANNHÄUSER und ARIADNE AUF NAXOS. Im Teatro La Fenice in Venedig dirigierte er WALKÜRE und SIEGFRIED. Das Teatro San Carlo in Neapel berief ihn nach der mit dem italienischen Musikkritikerpreis Franco Abbiati 2002 ausgezeichneten Einstudierung von Humperdincks KÖNIGSKINDERN im Jahr zum Musikdirektor, ein Amt, das er bis 2010 ausübte. Neben LE NOZZE DI FIGARO, DIE WALKÜRE, FALSTAFF, CANDIDE, L’ENFANT ET LES SORTILÈGES, PETER GRIMES und ENTFÜHRUNG AUS DEM SERAIL leitete er in Neapel auch zahlreiche Konzerte.

Im Konzertbereich hat Jeffrey Tate mit praktisch allen großen Orchestern zusammengearbeitet, darunter die Orchestra Sinfonica Nazionale della RAI in Turin, der er als Direttore onorario verbunden ist, das London Symphony, die Berliner Philharmoniker, das Mozarteum-Orchester Salzburg, das Niederösterreichische Tonkünstlerorchester, die Dresdner Philharmoniker, das Orchester des Maggio Musicale Fiorentino, die Accademia Nazionale di Santa Cecilia Rom, das Dänische Radio-Orchester, das Orchestre de Paris, die Yomiuri Nippon Symphony, das Boston Symphony Orchestra, das Cleveland Orchestra sowie die Sinfonieorchester von Toronto, Montreal, Melbourne und Sydney.

Jeffrey Tates umfangreiche Diskographie umfasst u. a. ARABELLA, HÄNSEL UND GRETEL, LES CONTES D’HOFFMANN und LULU, Mozarts Klavierkonzerte mit Mitsuko Uchida, sämtliche Mozart-Sinfonien mit dem English Chamber Orchestra, die wichtigsten Orchesterwerke Elgars mit dem London Symphony Orchestra sowie die Gesamtaufnahme von Mendelssohns „Sommernachtstraum“ mit den Rotterdamer Philharmonikern. Für seine künstlerischen Verdienste ist Tate in Frankreich mit dem Titeln eines Chevalier de la Légion d’Honneur und eines Chevalier des Arts et des Lettres ausgezeichnet worden, in Großbritannien mit dem CBE (Commander of the British Empire).

Seit Beginn der Saison 2009/10 widmet sich Jeffrey Tate vorrangig seinem neuen Amt als Chefdirigent der Hamburger Symphoniker. Daneben stehen in seinem Terminkalender weiterhin Gastverpflichtungen in Oper und Konzert, darunter an der Wiener Staatsoper sowie Konzerte mit der Orchestra della RAI Turin und dem Orchestra del Teatro di San Carlo Napoli.